Wandern

Aug 22nd, 2010 | By | Category: Wandern

Wandern – ein Vergnügen ohne Altersbeschränkung

Gedanken, Hinweise und Tipps zum Wandern in Ostfalen und überall

Wanderer im Harz (Foto: re)

Wolfenbüttel. (re) Das Wandern erfährt bei immer mehr Menschen eine zunehmende Beliebtheit. Ein gern benutztes Klischee sieht im Wanderer allerdings immer noch einen etwas in die Jahre gekommenen Herren mit Kniebundhose und Baumwollrucksack. Abgesehen davon, dass eine Kniebundhose beim Wandern durchaus Vorteile haben kann, hat dieses Vorurteil (wie die meisten Vorurteile) wohl noch nie so richtig gestimmt. Auf jeden Fall können heute mehrere Gegebenheiten festgestellt werden: Es machen sich immer mehr Menschen jeden Alters an den Wochenenden oder im Urlaub auf den Weg – in den Wald, in die Heide oder in die Berge. Bekleidet sind diese Menschen immer häufiger mit moderner Funktionsbekleidung. Und auch die Rucksäcke sind mittlerweile technisch ausgefeilte Produkte mit Atmungsaktivität und Tragegestell auch bei den kleinen Ausführungen.

Doch, um zu Wandern ist nicht unbedingt alles zwingend notwendig. Was die Kleidung betrifft, so können grob gesagt drei Grundregeln aufgestellt werden:

  1. Für eine von Anfang bis Ende erträgliche Wanderung sind richtige und passende Wanderschuhe und gute Wandersocken notwendig! Die Schuhe müssen für den Untergrund der gewählten Wanderwege geeignet sein!
  2. Für die Gesundheit und das Wohlbefinden ist zudem eine dem Wetter angepasste Bekleidung wichtig!
  3. Für den richtigen Komfort ist moderne aus mehreren Schichten bestehende Funktionsbekleidung hilfreich!

Die natürliche Art der Fortbewegung

Der große Vorteil, den das Wandern gegenüber den meisten anderen sportlichen Betätigungen hat, ist seine Ungebundenheit und Flexibilität. Das ist nicht zuletzt auch deshalb der Fall, weil die Basis des Wanderns die natürliche Art der Fortbewegung des Menschen ist, das Laufen. Wandern ist in fast jeder Landschaft möglich. Ein paar gute Schuhe und geeignete Wege sind gegebenenfalls alles, was zunächst notwendig ist. Es wird kein teures Sportgerät benötigt. Keine komplizierte Technik muss f[r diesen Sport erlernt werden. Und es werden auch keine Partner benötigt. Zudem ist das alter egal – ob 8 oder 80, solange die Beine noch mitspielen, ist das Wandern in jedem Alter möglich. Somit ist es die einfachste Art, seinen Körper fit und beweglich zu halten und seine körperliche (physische) Gesundheit zu pflegen. Dabei kann mit einer entsprechend anspruchsvollen Tour und schwerem Gepäck durchaus auch sportlicher Ehrgeiz befriedigt werden. In rauer Landschaft oder bei rauem Wetter kommt dann sogar noch ein Hauch von Abenteuer hinzu.

Kombinationsmöglichkeit

Bergwanderer in den Alpen (Foto: Redaktion/mv; alle Rechte vorbehalten!)

Ein weiterer Vorteil des Wanderns ist seine Kombinationsmöglichkeit. Ob in flacher Küstenlandschaft, im bewaldeten Mittelgebirge oder im kargen Hochgebirge, Wandern ist fast überall möglich. Es kann einzeln und in unterschiedlich großen Gruppen durchgeführt werden. Interessante Landschaften und Orte können erkundet werden. Eine Wanderung kann als Bestandteil die Besichtigung einer Sehenswürdigkeit haben. Auch modernen Freizeitbeschäftigungen wie dem Geocaching kann beim Wandern nachgegangen werden. Weiter können Wanderungen mit Natur- und Gruppenerfahrungen pädagogischen Zielen dienen. Wie auch die Fortbildung in Naturkunde und Geschichte Teil einer Wanderung sein kann. Und das ist sicher noch nicht alles …

Vom Alltag abgeschaltet

Darüber hinaus birgt das Wandern auch für die seelische (psychische) Gesundheit des Menschen Vorteile. In der Stille der Natur kann vom hektischen Alltag und seinen Problemen abgeschaltet werden. Allein finden Wanderin oder Wanderer fern des städtischen Lärms ruhige Orte für die Selbstreflexion. Manch klärendes Gespräch kann mit zwitschernden Vögeln im Hintergrund besser geführt werden als mit lärmenden Autos. Und auch zu neuen, sinnvollen Ideen sollen entspannte Wandertage schon geführt haben.

Nachhaltig

Alles in allem kann Wandern also als besonders vielseitig und auch als nachhaltig bezeichnet werden – auch im ökologischen Sinn. Wandern für sich ist zunächst eine ökologisch vergleichsweise verträgliche Betätigung. Wie verträglich es ist, hängt dann von der Wahl der Wanderregion und des Verkehrsmittels ab sowie dem persönlichen Verhalten in der freien Natur. Damit die nächste Wanderung in schöner Erinnerung bleibt, folgen nun noch ein paar

Hinweise und Tipps:

Wandern mit Kindern

Wenn Kinder mit auf die Wanderung sollen, kann dies für alle sehr schön aber auch sehr anstrengend werden. Denn Kinder gehen mit anderen Erwartungen in die Welt hinaus als ihre Eltern. Außerdem haben sie schneller die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit erreicht. Deshalb sind bei Wanderungen mit Kindern ein paar spezielle Punkte zu beachten:

  • Kinder brauchen Abwechslung. Für die Wanderung sollte also eine abwechslungsreiche Landschaft gewählt werden, in der immer wieder neues zu entdecken ist. Bachläufe, Felsen, viele Blumen, eine Höhle und vielleicht auch ein Spielplatz irgendwo unterwegs können ungemein motivieren und für Kurzweil sorgen. Ein Spiel oder eine Geschichte zur durchwanderten Landschaft, Kind-gerecht erzählt, halten die lieben Kleinen auch bei Laune.
  • Kinder laufen in etwa dreimal so viel wie Erwachsene. Sie laufen ständig hin und her und nicht nur geradeaus. Deshalb sollten anfangs nur kurze Runden und immer ans Lebensalter angepasste Strecken gewandert werden. Als Faustregel für die Länge in Kilometern einer Wanderung gilt: Lebensalter des Kindes mal 1,5.
  • Ab etwa sechs Jahren können die Kinder bereits einen kleinen Rucksack mit z. B. einer Wasserflasche und etwas Essbarem tragen. Dann sind sie stolz, dass sie auch schon einen Rucksack tragen.
  • Kinder brauchen unbedingt gute Schuhe und der Witterung angepasste Kleidung!
  • Je schöner die Erinnerung an die ersten Wanderungen ist, desto lieber kommen sie auch beim nächsten Mal wieder mit.

Weitere Ratschläge finden sich zum Beispiel in folgendem Buch:

Chris Bergmann: Wandern mit Kindern: Harz. München: Bruckmann Verlag, 2005, ISBN 3-7654-4190-2, € 8,90.

Vorbereitung

  • Aktuelle Informationen über das Wanderziel einholen – zu interessanten Punkten und zu möglichen Problemen.
  • Länge und Schwierigkeitsgrad der Tour feststellen – die Beschaffenheit des Weges und die zu überwindenden Höhenmeter müssen sich an der körperlichen Leistungsfähigkeit der schwächsten TeilnehmerInnen orientieren.
  • Aktuelle topographische Wanderkarte besorgen und mitführen.
  • Bei einem geplante Gaststättenbesuch, zuvor nach den Öffnungszeiten erkundigen.
  • Unmittelbar vor der Wanderung den aktuellen Wetterbericht ansehen und berücksichtigen.

Schuhwerk und Bekleidung

Wanderschuhe erholen sich nach einer Hochtour (Foto: Redaktion/mv)

Wanderungen finden zu Fuß statt. Also sind die Schuhe und Socken der wichtigste Teil der Bekleidung. Aber auch der Wetterschutz der übrigen Bekleidung darf nicht vernachlässigt werden. Besonders bei Kindern ist auf all dies zu achten. Wenn die Füße von Filia oder Filius schmerzen, wird die Wanderung für alle bald unerträglich. Und gute Wanderbekleidung steigert auch den Komfort.

  • Geschlossene feste Schuhe müssen es immer sein; Knöchelhohe Wanderstiefel vermeiden ein Umknicken und geben in unwegsamem Gelände besseren Halt – am besten in einem auf Outdoor-Sportarten spezialisierten Geschäft beraten lassen und dort auch kaufen.
  • Je felsiger und unwegsamer der Weg ist, desto stabiler müssen der Schuh und die Sohle sein.
  • Für einen optimalen Sitz der Schuhe sind spezielle Wandersocken hilfreich. Damit kann schmerzenden Füssen und Blasen vorgebeugt werden.
  • Eine erfahrungsgemäß zusätzlich gute Hilfe gegen Blasen an den Füssen stellt zudem das Einreiben mit Hirschtalg-Creme dar.
  • Der Rest der Bekleidung muss sich am (zu erwartenden) Wetter (Hitze, Kälte, Sonne, Regen, Schnee) orientieren.
  • Ggf. Regenschutzkleidung und ein Regenschirm einpacken.
  • Ggf. Fleece-Jacke oder -Pullover sowie Mütze und Handschuhe einpacken.
  • Ggf. Sonnenhut und ein Schweißtuch einpacken.
  • Grundsätzlich gute Erfahrungen gibt es mit den durchgehenden atmungsaktiven und schnell trocknenden Kleidungskonzepten moderner Funktionskleidung (von der Unterwäsche bis zur Jacke).
  • Die Auswahl der Kleidung muss immer am möglichen Wetter, nicht nur an dem gerade sichtbaren allein, orientiert werden.

Weitere Ausrüstung

  • Eine Wanderkarte der Region.
  • Ein gut sitzender Rucksack für Ausrüstung, Verpflegung und zusätzliche Bekleidung.
  • Bei längeren Touren und in jedem Fall bei Hitze immer genügend Flüssigkeit (vorzugsweise Wasser) in leichten Flaschen.
  • Ein Erste-Hilfe-Paket und ein Mehrzweckmesser.
  • Mindestens ein Mobiltelefon pro Gruppe (kann durchaus ausgeschaltet bleiben ;-)).
  • Ggf. Nahrungsmittel wie Schokolade und Obst.

    Hilfreiche Ausrüstungsgegenstände wie GPS-Gerät, Rucksack oder Fototasche (Foto: re)

Weitere Hinweise

  • Abfälle werden grundsätzlich wieder mitgenommen und zu Hause getrennt entsorgt.
  • Im Wald ist übermäßiger Lärm zu vermeiden.
  • Örtliche Vorschriften (z. B. im Nationalpark) sind zu befolgen.
  • Informationen hinterlassen, wo gewandert wird.
  • Die Wetterentwicklung beobachten. Bei Gewitter zügig Schutz aufsuchen.
  • Das Tempo wird immer an das langsamste Gruppenmitglied angepasst.
  • Die Notrufnummer im Mobilfunknetz ist in Deutschland immer 112. Für die schnelle Anfahrt von Rettungsdiensten ist eine genaue Ortsbeschreibung notwendig. GPS-Koordinaten sind ggf. ideal.

Wichtige Informationen und Hilfen finden sich bei verschiedenen Organisationen. Wanderwege, deren Kennzeichnung und Beschilderung und auch Ruhemöglichkeiten wie Bänke und Schutzhütten werden häufig von (regionalen) Wandervereinen eingerichtet und betreut. Meist findet dies in Zusammenarbeit mit den zuständigen Forstverwaltungen statt. Einige (regionale) Internetadressen sind nachfolgend aufgelistet:

Verwaltungen der Wälder in öffentlichem Eigentum (Staatsforst)

Auch das ist ein Wanderweg - am Rehberg im Harz (Foto: re)

Berichte über Wanderziele

Der Ostfalen-Spiegel veröffentlicht in loser Folge Berichte über Wanderziele und Wandertouren. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Region Ostfalen. In den Berichten wird neben dem Verlauf auch immer über interessante Punkte am Wegesrand sowie wichtige Basisinformationen informiert. Zu finden sind die Berichte in der Kategorie „Freizeit und Sport/Wanderberichte“.

Bisher veröffentlicht wurden:

Hubertusfeiern im Hainberg (Januar 2010)

Kalter Krieg auf dem Stöberhai (August 2010)

Ein Hauch von Abenteuer auf dem Acker (August 2010)

Mit Radau auf den Brocken (Februar 2011)

Viel Spaß bei der nächsten Wanderung!

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