Mit Radau auf den Brocken

Feb 10th, 2011 | By | Category: Wandern

Mit Radau auf den Brocken

Ausflugsziele in Ostfalen – Natur, Geschichte, Gegenwart

Eine ausgedehnte Wandertour (gewandert im Mai 2008) führt durch eine schöne Landschaft hinauf auf den Brocken und wieder hinab ins Eckertal. Dabei wird von am Wegesrand liegenden Orten erzählt und die Schönheit der Natur des Harzes gezeigt. Zugleich können Wanderin und Wanderer ihre körperliche Verfassung einer Prüfung unterziehen, denn es werden etwa 900 Höhenmeter bezwungen – hinauf und auch wieder hinab. Wie im Harz allgemein üblich, sind die Wege meist gut beschildert und ausgezeichnet.

Anfahrt: mit dem Pkw oder mit dem Bus, Fahrplanauskünfte:

Ausgangspunkt: Harz, Niedersachsen, Parkplatz und Bushaltestelle am Radauwasserfall an der B4, Parkplatz im Radautal

Länge: etwa 23,1 km (oder etwa 24 km)

Höhen: zw. 446 m u. 1140 m ü. NN , zu Überwinden sind ca. 910 Höhenmeter auf u. ab

Kennzeichnung der Wege: Wie im Harz allgemein üblich sind die Wege meist gut beschildert und ausgezeichnet. Dies erfolgt in der Regel durch die Zweigvereine des Harzklubs, hier in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Harz.

Rast: Bänke, Schutzhütten, drei Orte mit Gaststätten

Grundsätzliche Ratschläge: finden sich bei Gedanken, Hinweise und Tipps zum Wandern

Der Brocken aus westlicher Sicht (Foto: re)

Bad Harzburg. (re) Ein besonders guter Blick über Ostfalen ist auf der regional höchsten Erhebung zu bekommen, dem Brocken. Der Brocken ist mit 1141,1 Metern der höchste Berg im Harz und in Norddeutschland. Lange Zeit wurde die Höhe mit 1142 Metern angegeben. Eine neue Messung erbrachte aber die bereits von Carl Friedrich Gauß ermittelte Höhe von 1141,1 Metern. Nun ja, in modernen Zeiten wird die Realität dann eben den Vorstellungen angepasst. Für den Bezug zu der in vielen Landkarten und Büchern angegebene Höhe von 1142 Metern wurde Mitte der 1990er Jahre ein Felsbrocken auf den Gipfel gestellt, der den Berg auf etwa 1143 Meter erhöht und eine Markierung auf der Höhe von 1142 m trägt.

Viele Wege auf den Brocken

Es gibt viele Wege auf den Brocken. Besucherinnen und Besucher können den Brocken sportlich oder bequem mit verschiedenen Arten der Fortbewegung erreichen, zu Fuß als Wanderer, mit dem Fahrrad, mit der Pferdekutsche oder mit der Brockenbahn und im Winter auf Skiern. Nur Personen mit Sondergenehmigung dürfen den Mitten im Nationalpark Harz gelegenen Gipfel mit dem Automobil anfahren. Dieser Bericht beschreibt die Fortbewegung zu Fuß aus der Sicht eines Wanderers. Die meisten Streckenabschnitte können aber auch mit dem Fahrrad, vorzugsweise einem Mountainbike, befahren werden. Verantwortungsbewusste Mountainbiker nehmen dabei gerne Rücksicht auf Wanderer, die in die Natur gehen, um sich von der Hektik des Alltags zu erholen!

Wandernd kann der Gipfel von zwei Seiten aus erklommen werden, vom Norden her über den Hirtenstieg und von Süden her über die Brockenstraße. Weiter bergab verzweigen sich diese Wege dann aber, so dass eigentlich von grob gesagt fünf Richtungen für den Anstieg auf den Brocken geredet werden kann. Diese fünf Richtungen sind von Ilsenburg aus im Nordosten, von Schierke aus im Südosten, Oderbrück als Ausgangspunkt im Südwesten, Torfhaus im Westen und Bad Harzburg im Nordwesten. Für die Auswahl des genauen Ausgangspunktes gibt es dann je nach Zeit und Kondition sowie landschaftliches Interesse noch eine etwas größere Zahl von Möglichkeiten. Bei allen Ausgangspunkten müssen mehrere hundert Höhenmeter überwunden werden, so dass eine Wandertour auf den Brocken von den zu überwindenden Höhenmetern her mindestens leicht alpinen Charakter hat. Zur Vorbereitung einer alpinen Bergtour eignet sich der Brocken somit hervorragend. Entsprechend ist die Voraussetzung für eine Wandertour auf den Brocken auch das Vorhandensein von genügend Kraft und Kondition. Wanderin oder Wanderer müssen keine Leistungssportler sein. Wer aber das ganze Jahr nur am Schreibtisch sitzt, wird wohl besser mit der Bahn fahren.

Kraft und Ausdauer auf dem Rad

Mit einem Gemisch aus Verwunderung und Bewunderung haben wir auf unserer Wanderung einen Mann beobachtet, der etwa zeitgleich mit uns gestartet war. Auf einem herkömmlichen Drei-Gang-Rad machte er sich auf dem Weg zum Gipfel. Schiebend trafen wir ihn später wieder. Denn gerade für den Aufstieg mit dem Fahrrad sind Kraft und Ausdauer hilfreich, wenn nicht sogar notwendig. Und ein modernes Mountainbike mit guter Übersetzung ist sehr empfehlenswert. Spätestens an den steilen Stellen kommt es sonst zur Zwangspause oder gar zum Kollaps. Und für die Abfahrt sind dann sehr gute Bremsen unerlässlich und auch ein Helm sollte getragen werden!

Mountainbiker auf dem Kolonnenweg hoch zum Brocken (Foto: re)

Auf den Gipfel des Brockens führt der Kolonnenweg, später Hirtenstieg vom Norden her oder die Brockenstraße vom Süden her.  In den Kolonnenweg münden der längste Aufstieg, der Heinrich-Heine-Weg, der von Ilsenburg herauf kommt und der Weg aus Richtung Bad Harzburg. Mit der Brockenstraße aus Schierke vereint sich der Goetheweg aus Richtung Torfhaus, welcher zuvor bereits die Wanderer vom Soldatenfriedhof und aus Oderbrück aufgenommen hat. Die Brockenstraße kann zum Beispiel auch aus Richtung Drei Annen Hohne erreicht werden. Dies als kurzen Hinweis auf die zahlreichen Aufstiegsmöglichkeiten auf den Brocken. Die hier beschriebene Tour nähert sich dem Brocken von Nordwesten her. Ausgangspunkt ist das Radautal.

Ab in das Radautal

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, steigt an der Haltestelle Radauwasserfall aus dem Bus. Von hier aus geht es auf der Ostseite der Bundesstraße 4 (B4) wenige Meter bergan. Dann zweigt eine Straße ab in das Radautal. Auf dem unscheinbaren Flüsschen Radau wurde in früheren Jahrhunderten sogar Holz geflößt. Die abzweigende Straße dient in erster Linie der Betreuung der Eckertalsperre und der Forstwirtschaft. Die Wanderung folgt dieser Straße, bis sie für den allgemeinen Verkehr gesperrt ist. Autoreisende können entweder auf dem Parkplatz gleich nach der Abzweigung von der B4 ihren Wagen abstellen oder sie fahren bis zu dem zweiten Parkplatz an der Sperre (Verkehrsschild). Dann verkürzt sich die Tour um knapp zwei Kilometer (Hin- und Rückweg zusammen). Der Ausgangspunkt am Taleingang bringt die Möglichkeit mit, die am Wegesrand liegende Schwefelquelle zu besuchen. Das markant riechende Wasser kann beruhigt getrunken werden.

Am zweiten Parkplatz gibt es dann zwei Möglichkeiten für den Anstieg, die Straße und einen Waldweg. In der Regel wird der schönere und nicht asphaltierte Waldweg gewählt, der sich vorbei an einer Hinweistafel links von der Straße nach Nordosten bewegt. Hier kommt der erste richtige Anstieg. Parallel zum Lohnbach kreuzt der Weg mehrere Wege, bis er wieder auf die Straße trifft. Der Straße folgt die Wanderung dann fast bis zur Talsperre. Unterwegs gibt es eine Wegegabelung mit einer Schutzhütte, die Luisenbank. Hier führt der Weg nach rechts. Nun geht es einige hundert Meter bergab und es öffnet sich (durch eine Holzfällung) ein erster Blick auf die 1942 in Betrieb genommene Eckertalsperre. Nach einer Linkskehre zweigt von der Straße ein Weg ab. Die Straße führt an den Fuß der Staumauer zu den dortigen Betriebsgebäuden der Harzwasserwerke, der Weg führt auf die Staumauer. Die Wanderung führt über den Weg nach etwa dreihundert Metern auf die Staumauer.

Ein besonderer Ort der Deutsch-Deutschen Geschichte

Mit der Staumauer wird ein besonderer Ort der Deutsch-Deutschen Geschichte betreten. Die Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten verlief in der Mitte des Stausees und somit auch mitten durch die Staumauer. Vom Westen her konnten Besucher bis an die Grenze gehen. Dort trafen sie dann auf eine Mauer mit Stacheldraht und den obligatorischen Schwarz-Rot-Goldenen Grenzpfosten der DDR sowie ein Warnschild des Bundesgrenzschutzes. Mit Hinweistafeln und Bildern wird heute der Ort und die Geschichte der Talsperre erklärt. Auf der Ostseite der Sperrmauer steht die erste Stempelstelle der Harzer Wandernadel.

Auf der anderen Seite führt die Tour dann in einstmaliges Sperrgebiet, in das nur die Grenztruppen der DDR durften. Ein zeitlicher Blick zurück auf die Grenzsperren mit Stacheldrahtzäunen, Minenfeldern und Selbstschussanlagen sowie dem Schießbefehl für die Soldaten der Grenztruppen genügen, um die Menschenverachtung dieses Systems zu erkennen. Bei aller berechtigten Kapitalismuskritik kann eine menschliche Alternative kaum so aussehen!

Auf einem schönen Waldweg wird die Wanderung nun entlang der Uferböschung des Stausees fortgesetzt. Nach etwa drei Kilometern zweigt der Weg nach links ab und führt bergan in etwas Entfernung vorbei an ein paar Mauerresten zum Rangerpunkt Scharfenstein. Der Scharfenstein ist ein großer Felsen einige hundert Meter nördlich oberhalb dieses Wegepunktes. Zugleich trägt ein naher Umgebungspunkt, die zuvor passierte Ruine, diesen Namen. Dort war bis zum Zweiten Weltkrieg eine Alm für Vieh aus den Orten am nördlichen Harzrand. Heute tragen außerdem der Informationspunkt der Nationalparkverwaltung und die angegliederte Selbstbedienungsgaststätte diesen Namen. Der Informationspunkt (Rangerpunkt) wird von der Nationalparkwacht, auch Ranger genannt, betrieben. Hier steht eine weitere Stempelstelle der Harzer Wandernadel.

Betongitterplatten

In südlicher Richtung geht es von hier auf dem Kolonnenweg langsam bergauf zum Brockengipfel. Der Kolonnenweg ist bis hinauf zum Gipfel mit Betongitterplatten belegt. Dieser für das Wandern nicht so angenehme Belag diente den Grenztruppen der DDR zur motorisierten Fortbewegung. Auf dem Kolonnenweg wird der größte Teil der Steigung dieser Tour überwunden. Entsprechend steil sind einige Passagen, was besonders auf dem Fahrrad spürbar wird. Durch einen vergleichsweise niedrigen Fichtenwald geht es immer weiter hinauf. Etwa auf einer Höhe von 750 Metern trieft der Heinrich-Heine-Weg aus Ilsenburg kommend auf den Kolonnenweg. Eine Tafel erinnert an die Besteigung des Brockens durch den berühmten deutschen Dichter Heinrich Heine im Jahr 1824. Der Brocken war für manch bekannte Persönlichkeit das Ziel. Der eine oder andere Name wird im Verlauf der weiteren Tour noch auftauchen.

Blick hinauf zum Brockengipfel mit Bebauung (Foto: re)

Weiter geht es über den Kleinen Brocken, wo die 1000-Meter-Marke überschritten wird. Das Brockenmassiv besteht aus insgesamt drei Gipfeln, dem Brocken als höchstem Punkt, dem Kleinen Brocken mit 1018 Metern und dem Königsberg mit 1034 Metern über NN. Außerdem gibt es noch die Heinrichshöhe mit 1040 Metern über Normal Null. Es folgt ein seichterer Abschnitt. Die nächste Steigung führt dann zur Passage der Brockenbahn, die den Gipfel einmal umkreist, bevor sie ihn am Brockenbahnhof erreicht. Ein Stück weiter oben kreuzt der Kolonnenweg den Brockenrundweg, auf dem der Gipfel auf gut zwei Kilometern Länge umrundet werden und die Aussicht in alle Himmelsrichtungen genossen werden kann. Noch ein paar Höhenmeter und der Gipfel ist erreicht. Hier versammeln sich einige vom weiten deutlich sichtbare Bauten. Neben den Gebäuden und Antennen der Deutschen Telekom gibt es hier das Brockenhotel, Ausstellungsräume des Nationalparks Harz, ein Restaurant, eine Gaststätte, den Brockenbahnhof mit einer weiteren Gaststätte. Nach der Grenzöffnung gab es zunächst nur diese Gaststätte im Bahnhof. Weiter gibt es noch ein Gebäude des Deutschen Wetterdienstes, welches ganzjährig besetzt ist. Und es gibt einen unscheinbaren kleinen aus Felssteinen gemauerten Unterschlupf, das Wolkenhäuschen als dem ältesten Gebäude auf diesem Berg. Hier steht auch die Stempelstelle der Harzer Wandernadel.

Schnaufende Dampflokomotive

Auf der Südseite der Gebäude ist das eigentliche Gipfelplateau mit der bereits beschriebenen Höhenmarke. An Wochenenden und auch an vielen Tagen der Urlaubssaison tummeln sich auf dem Brocken nicht selten mehr Menschen als in der Fußgängerzone einer Kleinstadt. Geschuldet ist dies der Brockenbahn, die mit alter Dampftechnik die meisten Menschen hier herauf befördert. Der Anblick der schnaufenden Dampflokomotive ist durchaus beeindruckend. Und eine Fahrt mit dieser historischen Schmalspurbahn ist ein Erlebnis. An manchen Tagen ist aber auch auf den Wanderwegen zum Brocken hinauf ein Gedränge. Je nach Vorliebe sollte die Planung der eigenen Tour darauf also achten.

Goethes Harzreise

Nach einer mehr oder weniger langen Rast auf dem Gipfel geht es östlich unterhalb des Bahnhofs auf der asphaltierten Brockenstraße wieder bergab. Die Brockenstraße führt zum schmucken Luftkurort Schierke südöstlich am Fuß des Brockens gelegen. Nach vielleicht einem Kilometer Gefälle verläuft die Straße in einer scharfen Linkskurve. Hier zweigt der 2008 bis 2009 auf diesem Abschnitt vollkommen sanierte Goetheweg nach Westen ab. Bis zur Sanierung war dies ein teilweise schwieriger Wandersteig, der über Felsen und Holzstege führte. Nun wurde der Weg planiert und geschottert. Anspruchsvolle Wanderer trauern dem alten Steig etwas hinterher. Wie der Name schon sagt, wird mit diesem Weg an die Besteigung des Brockens durch den wohl bekanntesten deutschen Dichter Johann Wolfgang von Goethe erinnert. Der Goetheweg ist nicht identisch mit dem tatsächlichen Weg seines Aufstiegs. Ein schöner Roman, der Goethes Harzreise im Jahr 1777 beschreibt, ist das Buch Winterströme von Bernd Wolff[1]. Goethe war mehrfach im Harz und hat sich hier zum Beispiel auch für seinen Faust inspirieren lassen.

Der Goetheweg verläuft zunächst gut zwei Kilometer neben der Brockenbahn, die auf dem Weg nach Schierke ist. Unterhalb des Königsberges verlässt der Goetheweg die Bahn wieder nach Westen. Steil geht es von hier einige hundert Meter bergab auf den Steifen der ehemaligen Grenzsicherungen der DDR.

Menschenverachtende Grenzanlage

Vor gut zwanzig Jahren gab es hier, wie bereits angesprochen, noch Zäune, Stacheldraht und Selbstschussanlagen sowie bewaffnete Streifen der DDR-Grenztruppen. Da mit dem zeitlichen Abstand an mancher Stelle Tendenzen zur Verklärung dieses Teils deutscher Geschichte erkennbar sind, wird dies an dieser Stelle nochmals angesprochen. Über manches Detail, wie die DDR organisiert war, kann vielleicht diskutiert werden. Und mit dem Fall des real existierenden Sozialismus hat sich der Kapitalismus sicher auch nicht als das einzig wahre System herausgestellt (im Gegenteil, aber das soll nicht Thema dieses Beitrags sein). Unbestreitbar entlarvt aber ein menschenverachtendes Bauwerk wie diese Grenzanlage, an der unzählige Menschen ihren Tod gefunden haben, das ganze dahinter stehende System als menschenverachtend! Eine totalitäre Herrschaft bleibt totalitär, auch wenn Anti-Faschismus auf der Fahne steht. Daran muss an dieser Stelle erinnert werden.

Ein wenig märchenhaft

Am Ende der Steigung zweigt ein Weg Richtung Torfhaus ab. Geradeaus führt der Weg zum Dreieckigen Pfahl (früher von Westdeutschland aus gesehen ein Endpunkt vor der Grenze zur DDR) und von dort nach Oderbrück oder zum Soldatenfriedhof. Auch hier ist wieder eine Stempelstelle der Harzer Wandernadel. Diese Tour folgt dem Weg nach Torfhaus (und somit auch dem Goetheweg) bis zum Eckersprung. Eine Schutzhütte, Toiletten und Bänke sowie eine weitere Stempelstelle der Harzer Wandernadel bilden einen Rastpunkt. Hier, im Quellbereich der Ecker, verlässt diese Tour wieder den Goetheweg nach rechts (nördlich). Auf einem schmalen Pfad geht es durch das schöne obere Eckertal langsam hinab. Vor allem im Mai und Juni, wenn das frische Grün überall noch sichtbar ist, wirkt dieser Weg ein wenig märchenhaft und phasenweise entsteht der Eindruck, irgendwo in Skandinavien zu sein. Fernab der Touristenströme kann hier die Ruhe der Nationalpark-Natur genossen werden.

Das obere Eckertal (Foto: re)

Denkmal erinnert an Dummheit und Unmenschlichkeit

Weiter führt dieser etwas abgeschieden gelegene Weg auf eine feste Forststraße zum Skidenkmal. Das Denkmal erinnert an das traurige Schicksal der in den beiden Weltkriegen durch Dummheit und Unmenschlichkeit ums Leben gekommene Soldaten und ist eines der vielen Denkmäler dieser Art im Harz und auch anderswo. Neben einer Schutzhütte befindet sich hier auch wieder eine Stempelstelle der Harzer Wandernadel, die letzte auf dieser Tour. Von hier geht es nach rechts (östlich) bergab zum Pionierweg, der dann nach Norden zum Eckerstausee führt. Seinen Namen hat der Pionierweg, weil der Weg von einer Pionierkompanie 1895 angelegt wurde. Ein Gedenkstein erinnert daran. Am Westufer des Stausees geht es weiter durch eine immer noch schöne Landschaft. Der Wald rund um den Stausee bietet einige Möglichkeiten für kleinere und ausgedehntere Wandertouren. Zur Sperrmauer kann nach gut einem Kilometer rechts ein schöner Pfad gewählt werden. Diese Tour bleibt auf der Forststraße und überwindet die vorletzte Steigung. Auf der anderen Seite des Bergrückens trifft dieser Forstweg auf die Straße zur Talsperre. Ab diesem Punkt geht es auf demselben Weg zurück zum Ausgangspunkt, auf dem es zu Beginn der Tour zur Talsperre ging.

Nach etwa 24 Kilometern und einigen hundert Höhenmetern ist diese Tour zu Ende. Die meisten Wanderer und Wanderinnen werden wohl geschafft aber auch zufrieden sein. In der nahe Gaststätte am Radauwasserfall kann nun je nach Verfassung noch zum Beispiel ein kühles Bier getrunken werden und auch eine gute Mahlzeit den Tag abschließen.

[1] Wolff, Bernd: Winterströme: Goethes Harzreise. Erzählung. Berlin: Verlag der Nation, 1990 [(1) 1986].

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