Der erste Vortragsnachmittag der Regionalen Energie- und KlimaschutzAgentur (reka) in Braunschweig

Jan 10th, 2015 | By | Category: Aktuell, Braunschweig, Energie, Klima, Menschen- u. Bürgerrechte, Ostfalen, Politik und Gesellschaft, Wirtschaft

Stadtwerke vor der Insolvenz?

Der erste Vortragsnachmittag der Regionalen Energie- und KlimaschutzAgentur (reka) in Braunschweig

Mitte Dezember fand im neuen Marktplatz energie//effizienz in Braunschweig ein Vortragsnachmittag zur Zukunft der Stadtwerke statt. Neben rechtlichen Fragen wurde kompetent über Gegenwart und Zukunft der Stadtwerke referiert und eine positives Beispiel aus dem Norden Deutschlands vorgestellt. Umrahmt wurden die Vorträge und Diskussionen mit der Vorstellung von reka und Marktplatz energie//effizienz.

Die im sommer 2014 gegründete Regionale Energie- und KlimaschutzAgentur e. V. veranstaltete im Dezember ihren ersten Vortragsnachmittag

Die im Sommer 2014 gegründete Regionale Energie- und KlimaschutzAgentur e.V. veranstaltete im Dezember ihren ersten Vortragsnachmittag

Braunschweig, 10.01.2015. (re) Trotz unfreundlichem Regenwetter fanden sich an diesem Donnerstagnachmittag im Dezember vergangenen Jahres zahlreiche Menschen aus regionalen Stadtwerken, Wirtschaft, kommunaler Politik und interessierter Öffentlichkeit in der Halle in der Sobwasserstraße ein. Hauptthema des Nachmittags war die Zukunft der Stadtwerke. Das Rahmenthema war der Klimaschutz.

Das Energiedienstleistungsgesetz

Den Anfang der Kernvorträge machte Rechtsanwalt Dr. Rüdiger Scheller aus Braunschweig, der über die Umsetzung des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) für Energieversorger referierte. Wie weit findet bereits eine Umsetzung statt? Was müsste eigentlich stattfinden? Und wie könnte dem Gesetz künftig mehr Geltung verschafft werden? Das waren Fragen, die Dr. Scheller in seinem interessanten Vortrag erörterte. Abschließend ermunterte er dazu, die Energieversorger mehr in die Pflicht zu nehmen.

Produktpolitik und das Innovationsmanagement kleiner und mittlerer Stadtwerke

Zuhörerinnen und Zuhörer lauschen interessiert dem Vortrag von Lars Holstenkamp von der Leuphana Universität (Foto: reka)

Zuhörerinnen und Zuhörer lauschen interessiert dem Vortrag von Lars Holstenkamp von der Leuphana Universität (Foto: reka)

Der zweite Vortrag wurde von Dipl. Volkswirt Lars Holstenkamp von der Leuphana Universität Lüneburg gehalten. Lars Holstenkamp ist Wissenschaftlicher Koordinator des Projektes EnERgioN. Mit zahlreichen aufschlussreichen Folien informierte er über die Produktpolitik und das Innovationsmanagement kleiner und mittlerer Stadtwerke. Es wurde die aktuelle Situation in den deutschen Stadtwerken vorgestellt und er ging der Frage nach, wie Stadtwerke auf die Herausforderungen der Gegenwart und die absehbaren künftigen Herausforderungen reagieren? Dabei kam es auch zu Verweisen auf den dritten geplanten Vortrag des Abends über das positive Beispiel der Stadtwerke Norderstedt.

In einer kurzen Pause nach dem zweiten Vortrag konnten bei einem kleinen Imbiss und Getränken erste Gespräche geführt werden. Parallel zur gesamten Veranstaltung drehte der regionale Fernsehsender TV38 eine Reportage über die Veranstaltung. Die Reportage ist am 16.1.2014 in der Sendung „TV38… vor Ort“ ab 19.00 Uhr über Kabelfernsehen und dann auch im Internet als Web-TV zu sehen.

Neue Geschäftsmodelle im kommunalen Umfeld

In der Pause werden interessante Gespräche geführt und der Marktplatz erkundet (Foto: reka)

In der Pause werden interessante Gespräche geführt und der Marktplatz erkundet (Foto: reka)

Über neue Geschäftsmodelle im kommunalen Umfeld sollte schließlich der Geschäftsführer der Stadtwerke Norderstedt + wilhelm.tel GmbH, Dipl.-Ing. Theo Weirich, referieren. Leider musste Herr Weirich aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen. Dipl.-Ing. Heiko Hilmer, 1. Vorsitzender der reka, und Lars Holstenkamp übernahmen kurzerhand diesen Part und stellten das innovative Modell der Stadtwerke Norderstedt, die eine hundertprozentige städtische Einrichtung sind, kurz vor. Wohnviertel, in denen Nachbarschaften gemeinsam Energie erzeugen und verbrauchen gehören dazu, wie auch die Ausweitung der Dienstleistung zum Beispiel in den Telekommunikationsbereich. So kann Energie effizient genutzt werden und so können sich breiter aufgestellte Stadtwerke im Markt behaupten.

Regionalen Energie- und KlimaschutzAgentur e.V.

Der regionale Fersehsender TV38 hat die Veranstaltung begleitet (Foto: reka)

Der regionale Fersehsender TV38 hat die Veranstaltung begleitet (Foto: reka)

Den Rahmen für die Veranstaltung bildete ein einleitender Vortrag, in dem der erste Vorsitzende der Regionalen Energie- und KlimaschutzAgentur e.V. (reka), Dipl.-Ing. Heiko Hilmer, die reka und den Veranstaltungsort, den Marktplatz energie//effizienz, vorstellte. Die im Sommer 2014 gegründete reka hat sich zum Ziel gesetzt, den Klimaschutz in seinem vielschichtigen Umfang auf vielfältige Weise als echtes Bürgerprojekt voranzutreiben. Hier sollen Bürgerinnen und Bürger ein Forum finden, um sich sinnvoll und tatkräftig für eine klimafreundliche Region Braunschweig einzusetzen. Weder direkte Klimaschutzmaßnahmen wie zum Beispiel Energieeinsparungen sind ohne direkte Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern umsetzbar noch die Steigerung der Resilienz in der Region, also der Widerstands- und Regenerationsfähigkeit unserer Gesellschaft in einer vom Klimawandel veränderten Welt. Die reka bietet ein Forum für den Austausch von Informationen und Meinungen, initiiert konkrete Projekte im weiten Feld des Klimaschutzes, bietet Unterstützung für Projekte an und vieles mehr.

Marktplatz energie//effizienz

Zwischen und nach den Vorträgen führten die Anwesenden interessante Gespräche (Foto: reka)

Zwischen und nach den Vorträgen führten die Anwesenden interessante Gespräche (Foto: reka)

In diesem Kontext ist auch eines der ersten Projekte der reka zu sehen, der Marktplatz energie//effizienz. Das Motto lautet: Global denken. Regional kooperieren. Lokal handeln. Hier können sich Verbraucher aus der Region zunächst neutral zu den Themen Energie und Energieeffizienz beraten lassen. In der derzeit noch ständig wachsenden Ausstellung können parallel dazu – sozusagen im Hintergrund – Hersteller und Handwerker aus den entsprechenden Bereichen und Gewerken ihre Produkte und Dienstleistungen vorstellen. Und im Anschluss der Beratung können sich interessierte Verbraucher dann in der Ausstellung über passende Produkte und geeignete Handwerker informieren.

Im Ausklang des Vortragsnachmittags informierten sich interessierte Besucherinnen und Besucher in Einzelgesprächen und kleinen Runden über die reka und den Marktplatz e//e. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf des Nachmittags und freuen uns auf die vielen weiteren Veranstaltungen und Aktionen, die wir geplant haben “, resümierte Heiko Hilmer.

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