VCD: Sonderrechte für E-Autos dienen nicht dem Klimaschutz und einer zukunftsfähigen Mobilität

Mrz 28th, 2014 | By | Category: Aktuell, Energie, Klima, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Verkehr, Wirtschaft

E-Auto-Förderung: Auf Teufel komm raus Richtung Millionenziel

Sonderrechte für E-Autos dienen nicht dem Klimaschutz und einer zukunftsfähigen Mobilität

VCD-Pressemitteilung vom 28. März 2014

Berlin, 28.03.2014. (vcd) Eine Million Elektroautos bis 2020, dieses Ziel ist angesichts der schleppenden Einführungsphase längst nicht mehr zu erreichen. Doch anstatt das Ziel zu korrigieren und an aktuelle Entwicklungen anzupassen, um echte Umweltziele zu verfolgen, verschließt die Bundesregierung konsequent die Augen und versucht mit Scheinlösungen Elektroautos zu fördern. Der neueste Vorschlag von Verkehrsminister Dobrindt, die Straßenverkehrsordnung kurzerhand zu ändern, um freie Fahrt auf Busspuren sowie freies Parken für extra gekennzeichnete E-Autos zu ermöglichen, entspricht dann auch mehr blindem Aktionismus anstatt einem strategisch überlegten, an Klimaschutzzielen ausgerichtetem Handeln.

Es kommt darauf an, den Verkehr in den Städten sozial und umweltverträglich zu gestalten, die Benutzung von Busspuren durch E-Autos ist daher strikt abzulehnen. Diese Spuren sind bereits voll belegt mit Bussen, Einsatzfahrzeugen, Taxen sowie Fahrrädern. Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Dem ÖPNV und dem nachhaltigen Verkehrsmittel Fahrrad darf nicht weiter Platz genommen werden. Zusätzliche Fahrzeuge, egal wie sie angetrieben werden, verstopfen Busspuren und halten in der Folge die Menschen davon ab, den umweltfreundlichen ÖPNV oder das Fahrrad zu nutzen.”

Fakt ist, Elektroautos sind nicht automatisch grüner als effiziente Benziner oder Diesel und verdienen somit nicht in jedem Fall Privilegien. Es kommt maßgeblich darauf an, wie ein E-Auto betankt wird. Nur ein ausschließlich mit erneuerbaren Energien aufgeladenes Elektroauto erzeugt kein CO2 und auch grüner Strom kann nur einmal genutzt werden. Mit dem Ausbau der E-Auto-Flotte müssen gleichzeitig die Kapazitäten für die grüne Stromproduktion und die Stromnetze ausgebaut werden.

Und selbst wenn ein Elektroauto stets mit grünem Strom lädt, braucht es 20.000 bis 30.000 Kilometer Fahrleistung bis die Klimagasemissionen für die Batterieproduktion ausgeglichen sind. Also sind nicht Zweitwagen sinnvoll, die überwiegend in der Garage stehen, sondern E-Autos in Fahrzeugflotten. Dort können sie auf Herz und Nieren getestet werden.

Michael Ziesak, VCD-Bundevorsitzender, betont: „Anstatt aus industriepolitischen Gründen die Elektroautos mit weiteren Privilegien zu fördern − z.B. durch kostenfreie Parkplätze − sollte die Bundesregierung endlich die Grundlagen dafür schaffen, dass Carsharing-Fahrzeugen eigene Stellplätze im öffentlichen Straßenraum zugewiesen werden.”

In Berlin ist heute jedes dritte E-Auto ein Carsharing-Auto. Durch Parkprivilegien für Carsharing-Autos würde die Bundesregierung mehrere Ziele verfolgen: Förderung von E-Autos und einer nachhaltigen Mobilität in den Städten. So Ziesak:„Wer Carsharing fördert, der pusht auch Elektromobilität.”

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