VCD fordert den Einsatz des alternativen Kältemittels CO2

Sep 25th, 2012 | By | Category: Aktuell, Gesundheit, Klima, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Verkehr, Wirtschaft

Daimler steigt aus gefährlichem Kältemittel 1234yf aus

VCD fordert den Einsatz des alternativen Kältemittels CO2

VCD-Pressemitteilung vom 25. September 2012

Berlin, 25.09.2012. (vcd) Nach internen Untersuchungen zieht Mercedes als erster Autohersteller die Notbremse beim Kältemittel 1234yf. Die Autohersteller hatten sich international geeinigt dieses Mittel als Ersatz für das extrem klimaschädliche Kältemittel R134a einzusetzen, welches die EU wegen seiner Klimawirksamkeit für Fahrzeugneuentwicklungen verboten hat. Der ökologische Verkehrsclub VCD sowie andere Umweltverbände, Umweltmediziner und Chemiker warnen schon seit Jahren vor 1234yf, das im Fall von Fahrzeugbränden extrem ätzende Flusssäure freisetzen kann.

Mercedes bricht nun endlich als erster aus dem Kartell aus

Tests der Bundesanstalt für Materialforschung und der DUH, die mit dem VCD im EU-Projekt „Pro Klima” zum Thema Fahrzeugklimaanlagen zusammen arbeitet, haben längst die Zündfähigkeit von 1234yf im heißen Motorraum bewiesen, die Mercedes erst jetzt durch eigene Messungen bestätigt.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Wieder einmal behalten die Umweltverbände mit ihrer Warnung vor einem gefährlichen Stoff recht. Die Autoindustrie vertuscht seit langem die gefährliche Wirkung des Kältemittels 1234yf. Mercedes bricht nun endlich als erster aus dem Kartell aus. Andere Autohersteller müssen diesem Beispiel unbedingt folgen.”

Doch Daimler zieht falsche Konsequenzen: Mercedes will nun das verbotene Kältemittel R 134a wieder einfüllen. Damit soll ein Klimakiller eingesetzt werden, der den einzigen Vorteil hat, dass weiterhin die herkömmlichen Klimaanlagen genutzt werden können. Der VCD fordert die Autohersteller auf, beim Kältemittel auf CO2 umzurüsten.

Die Klimawirksamkeit von R 134a ist 1430mal so hoch wie die von CO2

Die Klimawirksamkeit von R 134a ist 1430mal so hoch wie die von CO2. Nachteil von CO2: Für Klimaanlagen, die mit diesem Kältemittel arbeiten, ergeben sich Mehrkosten, die bei Großserienproduktion unter 100 Euro liegen. Langfristig können Verbraucher durch die niedrigeren Kosten des Kältemittels CO2 jedoch sparen.

„Mit jeder Fahrzeugneuentwicklung, die den Klimakiller R 134 als Kältemittel einsetzt, verstoßen die Autohersteller gegen geltendes Recht. Der VCD fordert Strafzahlungen analog zur CO2-Grenzwertgesetzgebung. Das ist ein guter Anreiz, schnell Klimaanlagen mit solchen Kältemitteln auf den Markt zu bringen, die klima- und gesundheitsverträglich sind”, so Gerd Lottsiepen. Nach jetzigem Stand müssten Hersteller pro Fahrzeug mit einer Strafzahlung von 665 Euro rechnen.

Kommentar hinterlassen