VCD: EU-Energiekommissar Oettinger outet sich auf Kosten der Verbraucher als Lobbyist der Autoindustrie

Okt 12th, 2012 | By | Category: Aktuell, Energie, Klima, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Verkehr, Wirtschaft

EU-Energiekommissar Oettinger outet sich auf Kosten der Verbraucher als Lobbyist der Autoindustrie

VCD-Pressemitteilung vom 11. Oktober 2012

Berlin, 11.10.2012. (vcd) Zum dem heute in der Süddeutschen Zeitung in Teilen veröffentlichten Brief von EU-Kommissar für Energie, Günther Oettinger, an VW-Chef Martin Winterkorn erklärt der ökologische Verkehrsclub VCD:

Günther Oettinger verfestigt mit seinem Brief wieder einmal das Bild des Politikers, der sich von der Großindustrie vor den Karren spannen lässt. Laut Süddeutscher Zeitung versichert er dem VW-Chef zu, dass dieser sich nicht um neue, verbindliche Grenzwerte für den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) für Autos nach 2020 sorgen müsse.

Mit diesen Äußerungen schadet Herr Oettinger dem Klimaschutz und verletzt massiv die Interessen von Verbrauchern

„Mit diesen Äußerungen schadet Herr Oettinger dem Klimaschutz und verletzt massiv die Interessen von Verbrauchern”, so Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. Der von der EU-Kommission, der Guenther Oettinger angehört, offiziell eingebrachte Vorschlag für eine weitere Verbrauchsreduzierung von Pkw sieht vor, den durchschnittlichen Ausstoß des Treibhausgases CO2 für alle in Europa verkauften Pkw auf 95 g/km zu senken.

Das wiederum bedeutet im Vergleich zu heute, einen um zwei Liter niedrigeren Kraftstoffverbrauch.   Mit Blick auf die aktuellen Spritpreisen ergibt das eine Einsparung von weit über drei Euro pro 100 Kilometer.

Die Umweltverbände, wie der ökologische Verkehrsclub VCD, sehen darüber hinaus einen Grenzwert von 80 g CO2/km als machbar. Denn schon heute erfüllen zahlreiche Fahrzeugmodelle den Wert von 95g CO2/km mit konventionellen Spritspartechnologien. Um die Marktdurchdringung besonders sparsamer Autos zu beschleunigen, ist es daher unabdingbar, das für das Jahr 2020 anvisierte Ziel auf 80 Gramm zu verschärfen.

Dieser Energie-Kommissar outet sich immer mehr auf Kosten des Klimaschutzes und der Verbraucher als unverhohlener Interessenvertreter der Industrie

Ein CO2-Grenzwert von 80 g/km entspricht in etwa einem Benzinverbrauch von 3,4 Liter Benzin bzw. 3,1 Liter Diesel pro 100 km. Autofahrer und Autofahrerinnen würden entsprechend den durchschnittlichen Fahrleistungen des Jahres 2010 und einem angenommenen Kraftstoffpreis von zwei € pro Liter weit über 500 € pro Jahr sparen.

In jedem Fall sparen Autofahrer also während der Nutzungsphase eines Pkw mehrere tausend Euro. Das ist viel mehr als die Mehrkosten bei der Autoproduktion.

„Oettinger belastet mit seinen Aktionen bewusst Menschen mit niedrigem Einkommen, die auf das Auto angewiesen sind mit höheren Spritkosten, um der Autoindustrie Anstrengungen zur Energieeffizienz zu ersparen. Dieser Energie-Kommissar outet sich immer mehr auf Kosten des Klimaschutzes und der Verbraucher als unverhohlener Interessenvertreter der Industrie”, so Gerd Lottsiepen.

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