VCD: Effiziente Autos sind wichtiger als prachtvolle Zahl Elektroautos

Okt 1st, 2012 | By | Category: Aktuell, Energie, Klima, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Verkehr, Wirtschaft

Deutsche Autoindustrie braucht keine Subventionen

Effiziente Autos sind wichtiger als prachtvolle Zahl Elektroautos

VCD-Presseerklärung vom 1. Oktober 2012

Berlin, 01.10.2012. (vcd) In den letzten Jahren vermittelten Bundesregierung und Autoindustrie, das Elektroauto würde die Probleme des Autoverkehrs lösen und helfen, die für 2020 vorgesehene Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu erreichen. Jetzt zeigt sich deutlich, hier wurden falsche Hoffnungen geweckt. Nach Ansicht des ökologischen Verkehrsclub VCD ist die Reduzierung des Ziels auf 600.000 E-Autos im Jahr 2020 längst überfällig.

Kaufanreize für E-Autos lösen nicht das Grundproblem

Kaufanreize für E-Autos lösen nicht das Grundproblem. Daher muss die Bundesregierung langfristig bei ihrem Nein zu Kaufprämien bleiben und sollte ihre Entscheidung nicht, wie es in der heutigen Pressekonferenz anklang, auf die Markteinführungsphase im Jahr 2014  verschieben, wenn Volkswagen und BMW Elektroautos auf den Markt gebracht haben.

„Wenn Kaufförderung Sinn machen soll, dann nur technikneutral, das heißt für alle Fahrzeuge die energieeffizient sind − egal welchen Antrieb sie haben”, betont Gerd Lottsiepen verkehrspolitischer Sprecher des VCD. „Das entscheidende ist nicht, wann wir eine Million Elektro-Autos auf die Straßen bekommen, sondern dass alle Autos den Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß deutlich senken.”

Statt einseitiger Subventionen wäre ein wirklicher Schritt nach vorn, die Festlegung eines ambitionierten, niedrigen CO2-Flottengrenzwertes. Dieser würde Auto-Hersteller dazu drängen, effiziente Autos zu entwickeln und zu bauen. Jedes Elektroauto hilft den Autobauern schließlich, den Grenzwert zu schaffen.

Die deutsche Autoindustrie hat in den vergangen Jahren Rekordergebnisse eingefahren

Michael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender: „Die deutsche Autoindustrie hat in den vergangen Jahren Rekordergebnisse eingefahren. Die Gewinne sollte sie jetzt in die Hand nehmen und aus eigener Initiative in die Zukunft investieren, statt nach staatlicher Hilfe zu rufen.”

Die Bundesregierung darf sich nicht von der Autoindustrie blenden lassen. Sie muss im Verkehrsbereich Rahmenbedingungen setzen, die mit den Klimazielen der Bundesregierung zusammenpassen. Dabei sind die Förderung des öffentlichen Verkehrs, die Einführung eines Tempolimits auf Autobahnen und Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit Innerorts wichtige Bestandteile. In eine solche Welt passen auch kleine, leichte Elektrofahrzeuge.

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