VCD: DB muss Widerstand gegen Fahrradmitnahme aufgeben

Jul 30th, 2012 | By | Category: Aktuell, Politik und Gesellschaft, Verkehr, Wirtschaft

Vom Nachbarn lernen: DB muss Widerstand gegen Fahrradmitnahme aufgeben

VCD-Pressemitteilung vom 30. Juli 2012

Berlin, 30.07.2012. (vcd) Ob im Railjet der Österreichischen Bundesbahnen oder im ICN in der Schweiz − in immer mehr Hochgeschwindigkeitszügen Europas wird die Fahrradmitnahme erlaubt. Bahnunternehmen wie Railjet reagieren auf Kundenwünsche, sie bauen sogar ab 2013 Stellplätze für Elektroräder mit Steckdosen ein. Die Deutsche Bahn AG indes beharrt auf dem Verbot der Fahrradmitnahme in seinen ICEs.

Die Deutsche Bahn macht hohe Gewinne, es ist also genügend Geld vorhanden, um in die Qualität der Züge und ihre Ausstattung im Sinne der Fahrgäste zu investieren

Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert die DB AG, angesichts des in der vergangenen Woche vermeldeten Umsatz- und Passagierrekords auf, endlich den Widerstand gegen die Fahrradmitnahme in allen Zügen aufzugeben. „Die Deutsche Bahn macht hohe Gewinne, es ist also genügend Geld vorhanden, um in die Qualität der Züge und ihre Ausstattung im Sinne der Fahrgäste zu investieren”, so Michael Ziesak, Bundesvorsitzender des VCD.

Allein der Umsatz der DB AG stieg im ersten Halbjahr 2012 um 616 Millionen Euro auf 19,5 Milliarden Euro an. Würde die Deutsche Bahn Fahrradstellplätze in den ICEs und neuen ICE-T schaffen, könnten weitere Kundengruppen erschlossen werden.

„Zum Brot- und Buttergeschäft gehört nicht allein, den Manager mit Aktenkoffer im Blick zu haben und die 1. Klasse mit Zeitungen sowie großzügigerem Stauraum auszustatten. Ein Blick auf die Bedürfnisse von Urlaubern täte ebenso gut, und dazu gehört ganz klar die Möglichkeit der Fahrradmitnahme”, betont Michael Ziesak.

Für das Fahrrad als ergänzendes Mobilitätsangebot tut die Deutsche Bahn noch viel zu wenig

Für das Fahrrad als ergänzendes Mobilitätsangebot tut die Deutsche Bahn noch viel zu wenig. Allein das Angebot von Mietfahrrädern vor den Bahnhöfen reicht nicht aus, damit werden nur Fahrgäste angesprochen, die kurzfristig ein Fahrrad brauchen, um zum Beispiel schnell zu einem Kundentermin zu gelangen.

„Wenn das System Schiene erfolgreich sein will, dann muss in eine bessere Qualität für alle investiert werden”, so Michael Ziesak. Schließlich ist es an der Zeit, den schönen Worten zur Strategie 2020 − für mehr Service, Qualität und Angebote − Taten folgen zu lassen.

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