VCD: Autofahrer zeigen Kältemittel R1234yf die rote Karte

Nov 18th, 2013 | By | Category: Aktuell, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Verkehr, Wirtschaft

VCD-Umfrage zu Fahrzeugklimaanlagen

Autofahrer zeigen Kältemittel R1234yf die rote Karte − Für sichere Alternativen würden Verbraucher mehr zahlen

VCD-Pressemitteilung vom 18. November 2013

Berlin, 18. 11.2013. (vcd) Nach mehreren Untersuchungen und dem deutlich warnenden Abschlussbericht des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA), prüft jetzt die EU-Kommission das chemische Kältemittel R1234yf. Die langwierige Diskussion hat bei den Verbrauchern längst ihre Spuren hinterlassen. Sie zeigen dem neuen Kältemittel für Pkw-Klimaanlagen klar die rote Karte.

In einer Onlineumfrage des ökologischen Verkehrsclubs VCD, gaben zwei Drittel der rund 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, dass sie sich in keinem Fall ein Auto mit dem chemischen Kältemittel R1234yf kaufen würden, beziehungsweise dann nicht, wenn ein alternatives Kältemittel verfügbar wäre. Mehr als 90 Prozent der Umfrageteilnehmer würden zudem Mehrkosten für eine umweltfreundliche Klimaanlage ohne brennbares Kältemittel in Kauf nehmen.

Gregor Kolbe, VCD-Projektmanager: „Die Ergebnisse stützen die jahrelange Forderung des VCD nach einem Verzicht auf R1234yf. Dieses wird zwar erst in sehr wenigen Fahrzeugen verwendet, doch das Votum der Verbraucherinnen und Verbraucher zeigt, dass sich das gefährliche Mittel erst gar nicht etablieren darf. Alternativen sind bekannt, diese müssen schnellst möglich zur Serienreife geführt werden.”

CO2, als natürliches, ungefährliches und wesentlich klimafreundlicheres Kältemittel wäre eine Alternative. Für Unternehmen wie Daimler, die sich zu CO2 bekannt haben, sollte das Umfrageergebnis somit ein Anreiz sein. Die Akzeptanz der Käufer haben sie. Nun müssen den Ankündigungen Taten folgen.

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Verbraucher ist der Mehrverbrauch durch Nutzung der Klimaanlage: 98 Prozent der Befragten bestätigen, dass der Betrieb der Auto-Klimaanlage zu einem Mehrverbrauch führt. Bei zehn Prozent beträgt er sogar mehr als 1,5 Liter pro 100 Kilometer. Konsequenterweise fordern sie verbindliche Informationen über den Zusatzverbrauch von Fahrzeugklimaanlagen bereits vor dem Kauf. 21 Prozent sind der Meinung, dass der Mehrverbrauch in die allgemeinen Verbrauchsangaben des Fahrzeugs aufgenommen werden sollte. Fast 70 Prozent fordern sogar, dass der Mehrverbrauch separat ausgewiesen wird.

Gregor Kolbe: „Bisher erfahren Autokäufer nicht, ob in einem effizienten Fahrzeug auch eine ebenso effiziente Klimaanlage verbaut wurde oder Technik von gestern. Die Politik ist aufgefordert hier nachzubessern und elektrische Zusatzverbraucher, von denen die Klimaanlage der bedeutendste ist, in die offiziellen Verbrauchsmessungen aufzunehmen”.

Ein überraschendes Ergebnis der VCD-Umfrage ist, dass bei jedem Fünften die Klimaanlage dauerhaft in Betrieb ist. Das zeigt, es besteht noch erheblicher Aufklärungsbedarf. Wird die Klimaanlage richtig benutzt, können Fahrerinnen und Fahrer einiges sparen. So sollte die Klimaanlage nur bei hohen Temperaturen oder beschlagenen Scheiben laufen. Vor der Fahrt das empfiehlt sich das Fahrzeug stoß zu lüften und die Temperatur der Klimaanlage darf nicht zu niedrig eingestellt werden. Gerade bei Kurzstrecken sollte die Klimaanlage gleich ausbleiben.

Der ökologische Verkehrsclub VCD und die Deutsche Umwelthilfe setzen sich gemeinsam im Projekt „Pro Klima” für umweltschonende Klimatechnik und die Aufklärung der Verbraucher ein. Hintergrundinformationen finden sie auf der Projektseite www.autoklimaanlage.info.

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