ROBIN WOOD kritisiert Verbraucher-Täuschung bei Obi

Jan 31st, 2014 | By | Category: Aktuell, Allgemein und Übergreifend, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Verkehr, Wirtschaft

Streusalz – nein, danke! ROBIN WOOD kritisiert Verbraucher-Täuschung bei Obi

Robin Wood Pressemitteilung vom 31. Januar 2014

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Streusalz-Produkt mit irreführendem Umwelt-Siegel, aufgenommen in einem Kölner Obi-Markt, Winter 2013/14 (Text u. Foto: ROBIN WOOD); verlinkt zur Robin wood Themenseite „Streusalz“

Hamburg, 31.01.2014. (robin) Die Baumarktkette Obi bietet bundesweit Streusalz an, auf dessen Verpackung irreführenderweise das Umweltzeichen „Blauer Engel“ aufgedruckt ist. ROBIN WOOD hat Obi jetzt zum wiederholten Mal aufgefordert, das Produkt des Herstellers Green Partners International (GPI) sofort aus dem Angebot zu nehmen. Streusalz schädigt Straßenbäume, Böden und Grundwasser und wird daher nicht mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet. Allen VerbraucherInnen rät ROBIN WOOD, auf die Verwendung von Auftausalzen zu verzichten. Stattdessen sollte man bei Schnee durch Schneeräumen und gegebenenfalls durch abstumpfende Mittel wie Split, Granulat oder Sand für die Sicherheit auf den Gehwegen sorgen.

„Das Vorgehen von Obi ist besonders ärgerlich, weil wir das Unternehmen schon 2011 auf den Missbrauch des ‚Blauen Engels‘ bei diesem Streusalz-Produkt hingewiesen haben. Der Fall ist eindeutig. Obi weiß Bescheid und setzt die Verbrauchertäuschung trotzdem seit Jahren fort. Das wirft ein ganz schlechtes Licht auf das gesamte Unternehmen und seinen Umgang mit den Kunden“, sagt ROBIN WOOD-Waldreferent Rudolf Fenner.

Obi machte sich nicht einmal die Mühe, den kundentäuschenden Aufdruck unkenntlich zu machen oder das Streusalz in eine korrekt etikettierte Verpackung umzufüllen.

Auf Initiative von ROBIN WOOD hatte die RAL, die Vergabestelle des „Blauen Engels“, 2011 den Hersteller GPI aufgefordert, die irreführende Werbung sofort einzustellen. GPI hatte dies damals zugesichert und auf Anfrage der RAL in diesem Jahr erneut bestätigt.

GPI hatte auf der Streusalzverpackung für sein Kalksteingranulat geworben. Unter der Überschrift „Die ökologische Alternative“ ist dort der „Blaue Engel“ abgebildet. Da dies nicht auf den ersten Blick als Werbung für ein anderes Produkt erkennbar ist, werden VerbraucherInnen irregeführt. Unabhängig davon ist es grundsätzlich nicht gestattet, den „Blauen Engel“ auf einem Produkt abzubilden, für das dieses Umweltzeichen nicht vergeben wurde.

Streusalz schadet der Umwelt. Vor allem Straßenbäume leiden, weil das Salz den Boden verdichtet, wichtige Nährstoffe verdrängt und den ph-Wert erhöht. Das von den Bäumen aufgenommene Salz führt später zum Absterben der Blätter von den Blatträndern her (Blattrandnekrosen) und zum vorzeitigen Laubfall. Auftausalze belasten darüber hinaus das Grundwasser und führen zu Korrosionsschäden an Brücken, Fahrbahnen und Kraftfahrzeugen.

Daher ist der Einsatz von Streusalz zur Gehwegreinigung bei Schnee und Eis in rund 80 Prozent der Kommunen verboten oder nur in ganz wenigen Ausnahmesituationen gestattet. Trotzdem bieten auch dieses Jahr wieder viele Baumärkte und auch einige Supermarktketten Streusalz an.

ROBIN WOOD fordert den Einzelhandel auf, Auftausalze komplett aus dem Programm zu nehmen und ausschließlich – korrekt mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnete – abstumpfende Mittel anzubieten.

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