Oxfam: EU-Gesetze gegen das Geschäft mit dem Hunger dringend nötig

Jan 24th, 2013 | By | Category: Aktuell, Menschen- u. Bürgerrechte, Nahrungsmittel, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Wirtschaft

Oxfam: Deutsche Bank und Allianz müssen Gewinne aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln offenlegen

EU-Gesetze gegen das Geschäft mit dem Hunger dringend nötig

Oxfam-Pressemitteilung vom 24. Januar 2013

logoBerlin, 24.01.2013. (ox) Nach der Ankündigung von Deutscher Bank und Allianz, weiterhin mit Nahrungsmitteln spekulieren zu wollen, fordert die Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam von beiden Finanzinstituten, ihre Gewinne aus dem Geschäft mit dem Hunger offenzulegen. Die Organisation World Development Movement hatte berechnet, dass die US-Investmentbank Goldman Sachs im Jahr 2012 allein aus ihren Dienstleistungen für Agrarrohstofffonds Einnahmen von 400 Millionen Dollar erzielt hat. Nun verlangt Oxfam von der Allianz und der Deutschen Bank Auskunft darüber, wie viel Geld sie in den vergangenen Jahren allein durch das Führen der Fonds von den Anlegern erhalten haben. „Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, welches finanzielle Eigeninteresse die beiden führenden deutschen Finanzinstitute an der Spekulation mit Agrarrohstoffen haben“, fordert Oxfam-Experte David Hachfeld.

Millionengewinne aus Spekulation

Oxfam hatte im Mai 2012 in einer detaillierten Untersuchung die milliardenschweren Fonds der beiden Geldinstitute analysiert und die von ihnen ausgehende Gefahr für die Stabilität der Nahrungsmittelpreise und damit die Verstärkung des Hungerrisikos für in Armut lebende Menschen aufgezeigt. Verschiedene andere deutsche Geldinstitute hatten im vergangenen Jahr Fonds mit Grundnahrungsmitteln aus ihrem Angebot gestrichen. Anfang 2012 kündigte die Deutsche Bank eine umfassende Studie zum Thema an, hat diese aber bis heute nicht veröffentlicht. Trotzdem will sie weiterhin Investitionen in spekulative Agrarrohstofffonds anbieten. Die Allianz verfährt ebenso. Damit bestehen Allianz und Deutsche Bank auf dem Geschäft mit dem Hunger. Mit mehr als zehn Milliarden Euro, die sie in spekulativen Rohstofffonds verwalten, gehören sie zu den weltweit Größten in der Branche. Beide verweisen in ihrer Argumentation immer auf das Interesse der Kunden, also der Investoren und verschweigen geflissentlich ihr finanzielles Eigeninteresse.

Allianz und Deutsche Bank fürchten EU-Regulierung

Die exzessive Spekulation mit Nahrungsmitteln muss nach Meinung von Oxfam durch klare Regeln im Rahmen der europäischen Finanzmarktreform MiFID eingeschränkt werden. „Genau das scheuen Allianz und Deutsche Bank“, sagt David Hachfeld. „Wenn die Unternehmen ihr Geschäft mit dem Hunger nicht aus eigener Verantwortung beenden, muss der Gesetzgeber eingreifen. Der gestrige Beschluss zur Finanztransaktionssteuer zeigt, dass die EU-Finanzminister in der Lage sind, regulierend in die Finanzmärkte einzugreifen.“

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