NABU Unschätzbare Artenvielfalt und Ökosystemleistungen in Äthiopien erhalten

Mrz 18th, 2014 | By | Category: Aktuell, Naturschutz, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen

NABU startet neues Klima- und Biodiversitätsschutz-Projekt in Äthiopien

Tennhardt: Unschätzbare Artenvielfalt und Ökosystemleistungen erhalten

NABU-Pressemitteilung vom 18. März 2014

NABUTransportKafa

Traditioneller Transport in Kafa (Foto: NABU / Svane Bender-Kaphengst); verlinkt zu weiteren Informationen des NABU

Berlin, 18.03.2014. (nabu) Der NABU hat ein neues Projekt im Kafa-Biosphärenreservat gestartet, um die letzten Wildkaffeewälder Äthiopiens sowie einzigartige Feuchtgebiete zu erhalten. Das Projekt wird, wie ein erfolgreich verlaufenes Vorgängerprojekt des NABU, durch die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert. Das Drei-Jahres-Projekt ist mit einem Budget von rund 2,5 Millionen Euro ausgestattet.

„Äthiopien ist ein Welt-Genzentrum und gilt als eines der artenreichsten Länder der Erde“, sagte NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt. „Als besonders wertvoll werden die Wälder des Hochlandes eingestuft, die jedoch stark zurückgegangen sind. Kafa beheimatet eine der letzten natürlichen Waldregionen des Landes und zeichnet sich auch durch ausgedehnte Feucht- und Auengebiete aus. Sie sind nicht nur wichtige Wasser- und Kohlenstoff-Speicher und damit auch für die Menschen in der Region von besonderem Wert, sondern bieten vielen bedrohten Tierarten wie dem Klunkerkranich oder dem Löwen eine Heimat.“

Das Gebiet ist Teil des Eastern Afromontane Biodiversity Hotspot, zudem Key Biodiversity Area, und wurde seitens der äthiopischen Regierung wegen seiner Bedeutung für Biodiversität und als Wassereinzugsgebiet als Regional Forest Priority Area unter nationalen Schutz gestellt. Besonders hervorzuheben ist seine Bedeutung als Ursprung und Zentrum der genetischen Vielfalt von Arabica-Kaffee (Wert: ~1.5 Mrd. US-Dollar) und damit als global bedeutende in-situ-Genbank. 2010 wurde das Gebiet mit Unterstützung des NABU und weiterer deutscher Partner UNESCO-Biosphärenreservat.

Das Neuvorhaben baut auf erfolgreich verlaufene Programme des Vorgängerprojekts auf, darunter Wiederaufforstung, nachhaltige Waldnutzung und energiesparende Öfen. Gleichzeitig werden neue Komponenten zum Schutz der einzigartigen Artenvielfalt, zur Stärkung von partizipativem Gemeinde-Management und zur Regionalentwicklung eingeführt. So werden Entwicklungsprogramme für Handwerk, Ökotourismus und Regionalprodukte angeboten, die die Biodiversität der Region in Wert setzen sollen. Zudem werden Bildungsprogramme für Kinder und Jugendliche erarbeitet und umgesetzt. „Das Vorhaben fördert die Umsetzung der äthiopischen ,Climate Resilient Green Economy‘-Strategie“, erklärt Svane Bender-Kaphengst, Leiterin des NABU-Afrikaprogramms. „Indem das Projekt Klima- und Biodiversitätsschutz mit Regionalentwicklung verbindet, wird die lokale Bevölkerung dabei unterstützt, selbstständig einen langfristigen Schutz der Natur und der natürlichen Lebensgrundlagen zu gewährleisten.

Nach Expertenschätzungen waren noch vor 40 Jahren etwa 40 Prozent der Landfläche Äthiopiens mit Wald bedeckt, heute sind davon lediglich 2,7 Prozent übrig. Nicht zuletzt beeinträchtigt die Umwandlung und Degradierung der afromontanen Nebelwälder auch wichtige Ökosystemfunktionen und erhöht damit die Vulnerabilität der Menschen gegenüber dem Klimawandel. Experten warnen, dass bei einer gleichbleibenden Entwaldungsrate im Jahr 2020 alle Waldressourcen verloren wären.

Die Internationale Klimaschutzinitiative wurde in 2008 ins Leben gerufen. Mit diesem Instrument will das BMUB die Zusammenarbeit der Bundesregierung zum Schutz des Klimas, zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels und zum Erhalt der biologischen Vielfalt mit Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern stärken. Im Fokus des Förderbereichs „Biologische Vielfalt“ steht die Umsetzung der Ziele des Strategischen Plans 2011-2020 (Aichi-Ziele) des Internationalen Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) in den Partnerländern.

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