NABU stellt Aktionsplan für biologische Vielfalt vor

Jun 29th, 2012 | By | Category: Naturschutz, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Wirtschaft

NABU stellt Aktionsplan für biologische Vielfalt vor

Tschimpke: Kein Naturschutz zum Nulltarif

NABU-Pressemitteilung vom 29. Juni 2012

Berlin, 29.06.2012. (nabu) Kurz nach dem Scheitern des UN-Gipfels in Rio hat der NABU mit seinem Masterplan 2020 einen Aktionsplan zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland vorgestellt. „Der Verlust der Natur schreitet auch in Deutschland ungebremst voran. Mit einer Gefährdungsrate von rund 27 Prozent aller heimischen Pflanzen- und 36 Prozent der Tierarten erreichen wir europäische Spitzenwerte“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Der NABU-Masterplan 2020 beinhaltet einen konkreten Forderungskatalog und richtet sich an Entscheidungsträger aus Bundes- und Landesregierungen, aber auch an kommunale Politiker, mit Maßnahmen, um das Artensterben bis zum Jahr 2020 wirksam zu stoppen und geschädigte Ökosysteme wiederzubeleben.

Landwirte dürfen künftig nicht mehr für umweltschädliches Verhalten belohnt werden

Wo Arten verloren gehen und Ökosysteme ihre Funktionen etwa zur Reinigung von Böden, Wasser und Luft nicht mehr erfüllen können, verschwindet auch der Lebens- und Wirtschaftsraum für den Menschen. „Unsere Landschaft wandelt sich rasant. Wo früher Wiesen und Weiden vielen Arten Lebensraum boten, bestimmen heute monotone Maisäcker das Bild“, so Tschimpke. Hauptverursacher für den ungebremsten Verlust an biologischer Vielfalt seien eine intensive Land- und Forstwirtschaft, ein inkonsequenter Vollzug von Gesetzen, unzureichende Schutzverordnungen und Managementpläne für Schutzgebiete, und der ungebremste Flächenverbrauch durch den Bau von Straßen, Gewerbegebieten und Siedlungen. Große Bedeutung hätten auch umweltschädliche Subventionen wie die EU-Zahlungen in der Landwirtschaft. „Die Bundesregierung muss sich in der aktuellen Diskussion über die Neugestaltung der EU-Agrarpolitik endlich konstruktiv einbringen“, kritisierte Tschimpke. So dürften Landwirte künftig nicht mehr für umweltschädliches Verhalten belohnt werden, sondern öffentliche Gelder nur für Leistungen erhalten, die dem Gemeinwohl dienten.

wir können uns ein Scheitern beim Erhalt der biologischen Vielfalt nicht leisten

Rund um den Globus wachse die Erkenntnis, dass wir uns ein Scheitern beim Erhalt der biologischen Vielfalt nicht leisten können. Denn die „Kosten des Nichtstuns“ würden die zum Schutz der biologischen Vielfalt erforderlichen Mittel um ein Vielfaches überschreiten. Die Vereinten Nationen haben daher von 2011 bis 2020 die internationale UN-Dekade der biologischen Vielfalt ausgerufen. „Sowohl die internationale Staatengemeinschaft als auch die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben sich bis 2020 ehrgeizige Ziele gesetzt. Jetzt geht es darum, vorliegende Pläne wie die neue EU-Biodiversitätsstrategie und die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt in Deutschland konsequent umzusetzen. Den Schutz der biologischen Vielfalt gibt es dabei aber nicht zum Nulltarif“, so Tschimpke.

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