NABU: Ressourcenpolitik steht vor neuer Bewährungsprobe

Jul 4th, 2013 | By | Category: Abfall, Aktuell, Allgemein und Übergreifend, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Wirtschaft

NABU: Ressourcenpolitik steht vor neuer Bewährungsprobe

Tschimpke: Verbrauch von Rohstoffen muss absolut abgesenkt werden

NABU-Pressemitteilung vom 4. Juli 2013

Berlin, 04.07.2013. (nabu) Der NABU hat am heutigen Donnerstag eine Bilanz des ressourcenpolitischen Engagements der Bundesregierung gezogen. „Es ist erfreulich, dass in den vergangenen drei Jahren politische Ziele und Bekenntnisse verabschiedet wurden, die für den Schutz der natürlichen Ressourcen unserer Erde sorgen sollen. Die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Bundesregierung ist allerdings derzeit nicht in der Lage, den Verbrauch natürlicher Ressourcen entscheidend abzusenken – obwohl dies dringend erforderlich ist“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen muss der deutsche Ressourcenkonsum um bis zu sieben Achtel gesenkt werden, um eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Deshalb müsse die neue Bundesregierung nicht mehr blind auf das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts und einen Mehrkonsum an Gütern setzen, sondern sich konkrete Ressourcenschutzziele vornehmen. Andernfalls laufe die Bundesregierung Gefahr, von der Wirtschaft beim Thema Ressourceneffizienz und Ressourcenschutz nicht ernst genommen zu werden, so Tschimpke.

Mit ersten politischen Programmen in Deutschland und Europa sind mittlerweile die Grundlagen gelegt, um sich der Mammutaufgabe Ressourcenschutz zu stellen. Mit ihnen ist es erstmals gelungen, sich auf einen parteiübergreifenden Konsens – dass Rohstoffe, nachwachsende Rohstoffe, die biologische Vielfalt, aber auch Boden, Wasser und Luft aktiv geschont und geschützt werden müssen – zu einigen.

Ein geeigneter und derzeit zur Debatte stehender Leitindikator, um die Absenkung des Materialverbrauchs zu überprüfen, ist der Raw-Material-Consumption (RMC). Er beschreibt für Nationalstaaten oder Personen den Gesamt-Rohstoffverbrauch, inklusive der Aufwendungen in der Produktion – selbst wenn diese im Ausland stattfindet. „Deutschland und Europa müssen sich in den kommenden drei Jahren mit Hilfe dieses Indikators Ressourcenschutzziele setzen. Er ist eine praktikable Zwischenlösung, muss langfristig aber um den Indikator Total-Material-Consumption (TMC) ergänzt werden, mit dem auch Eingriffe in die Natur umfassender abgebildet werden. Damit wird unter anderem deutlich, wie viel ungenutztes Abraummaterial aus dem Bergbau bewegt wird und damit Ökosysteme verändert oder zerstört werden“, so NABU-Ressourcenexpertin Ulrike Meinel.

Weitere Informationen

Kommentar hinterlassen