NABU befürchtet Umweltkatastrophe in der Ostsee

Mrz 16th, 2012 | By | Category: Energie, Meere, Naturschutz, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Wirtschaft

Russland nimmt marodes Hafendock für Ölpipeline in Betrieb

NABU befürchtet Umweltkatastrophe in der Ostsee

NABU-Pressemitteilung vom 16. März 2012

Berlin, 16.03.2012. (nabu) Im russischen Ust-Luga bei St. Petersburg soll in der nächsten Woche ein Hafendock in Betrieb genommen werden, dessen Fundamente durch Erdrutsche einsturzgefährdet oder bereits eingebrochen sind. Nicht weniger als 20 Millionen Tonnen Erdöl sollen hier im Jahr umgeschlagen werden. Der NABU warnt vor der Inbetriebnahme, denn bricht das Dock zusammen, ist eine gigantische Ölkatastrophe in der Ostsee die Folge.

Hierbei geht es um wirtschaftliche und machtpolitische Interessen

„Mit der Erweiterung des baltischen Pipelinesystems will Russland seine geopolitische Macht als Erdölexporteuer ausbauen. Hierbei geht es um wirtschaftliche und machtpolitische Interessen. Bedenken hinsichtlich der offensichtlichen Umweltrisiken für die Ostsee schlagen die Verantwortlichen in den Wind“, kritisierte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Mit dem Hafendock in Ust-Luga und dem Anschluss des sogenannten Ostsee-Pipeline-Systems-2 kann Russland, nach Saudi-Arabien der weltweit größte Erdölexporteur , eine von Weißrussland unabhängige Ölroute schaffen und zugleich die baltischen Häfen umgehen.

Im Juli traten plötzlich Einsturzstellen auf

Das Hafendock wurde erst 2011 fertiggestellt, die letzte Verbindungsnaht der 1.100 Kilometer langen Pipeline mit dem Ostseehafen Ende 2010 geschweißt. Kurz bevor das dafür vorgesehene Dock in Ust-Luga feierlich eröffnet werden konnte, um die Tankschiffer zu empfangen, traten im Juli plötzlich Einsturzstellen auf. Sie werden auf sich verschiebende Bohlen an der Außenwand des Docks zurückgeführt. Trotz dieser massiven Gefahren für die Ostsee und die Anrainer-Staaten, haben die Betreiber der Pipeline und Inhaber des maroden Docks, die staatliche Öl-Pipeline-Gesellschaft Rosneftbunker JSC und Neva Pipeline Company LLC sowie deren Inhaber Gennady Timschenko, einen Tag nach den Präsidentschaftswahlen in Russland die Eröffnung des Docks angekündigt. Der NABU fordert die Unternehmen und die russische Regierung auf, die Sicherheit des Docks vor einer Eröffnung sorgfältig zu prüfen und naturschutzgeeignete Maßnahmen zu ergreifen. „Dazu gehört auch, das Dock gegebenenfalls abzureißen und an einer anderen, vor Erdrutschen sicheren Stelle, neu zu bauen“, so Miller.

Der NABU engagiert sich seit Jahren für einen verbesserten und konsequenten Schutz der Ostsee und eine nachhaltige Nutzung mariner Ressourcen.

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