Greenpeace-Aktivisten ketten sich an Bahngleise

Nov 27th, 2011 | By | Category: Atomkraft, Energie, Greenpeace-Presseerklärungen, Menschen- u. Bürgerrechte, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Wirtschaft

Greenpeace-Aktivisten ketten sich an Bahngleise

Castorstrecke zwischen Lüneburg und Dannenberg unpassierbar

Greenpeace-Presseerklärung vom 26. November 2011

Sieben Greenpeace-Aktivisten haben sich gegen 19 Uhr an den Gleisen auf der Castorstrecke zwischen Lüneburg und Dannenberg, kurz hinter dem Bahnhof Lüneburg, festgemacht. Auf einem Banner fordern sie „Ausstieg aus Gorleben – Stopp Castor“. Die Aktivisten protestieren damit gegen den Castortransport ins niedersächsische Wendland und die verlogene Atommüllpolitik der Bundesregierung.

Das gelbe "X" ist das allgegenwärtige Symbol im Wendland für den seit über 30 Jahren bestehenden Widerstand der Bevölkerung gegen die deutsche Atompolitik, die jährlichen "Castor"-Transporte ins Zwischenlager Gorleben sowie die Pläne bzw. den faktisch bereits begonnenen Ausbau eines Endlagers für hochradioaktiven Atommüll im Salzstock Gorleben-Rambow. Das Bild zeigt ein überdimensionales Exemplar (>6 m hoch), das die "Greenpeace-Jugend" im Wald bei den Gorlebener Atommüllanlagen aufgestellt hat (Foto u. Text: User:Fice, Wikimedia Commons, Lizenz: gemeinfrei / public domain)

Hamburg / Dannenberg, 26.11.2011. (greenpeace: Sigrid Totz) „Dieser Castortransport ist unnötig und illegal. Er darf nicht nach Gorleben rollen. Der Strahlengrenzwert am Zwischenlager wird überschritten und der Salzstock ist als Endlager nachweislich ungeeignet“, sagt Tobias Riedl, Atomexperte von Greenpeace. „Es geht der schwarz-gelben Bundesregierung einzig darum Fakten, zu schaffen um Gorleben als Atomklo der Nation durchzusetzen.“

Castortransport ist illegal – Strahlengrenzwert bis Jahresende überschritten

Greenpeace hatte bereits Ende Oktober dem niedersächsischen Umweltministerium vorgeworfen, die Strahlenwerte am Zwischenlager in Gorleben schöngerechnet zu haben, um weitere Castoren dort einlagern zu können. In einer Analyse der Messwerte zeigte die unabhängige Umweltschutzorganisation, dass es bis Jahresende zu einer Grenzwertüberschreitung am Zwischenlager kommen wird. Daher ist eine weitere Einlagerung von Atommüll illegal. In zwei Gesprächen mit Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) konnte dieser die Vorwürfe nicht entkräften. Dennoch erteilte der Minister die Genehmigung für die weiteren Einlagerung von Atommüll in Gorleben.

vor allem für die in unmittelbarer Nähe des Castors eingesetzten Polizeibeamten und Polizeibeamtinnen ein Risiko

Der diesjährige 13. Castortransport aus der Plutoniumfabrik in La Hague nach Gorleben besteht aus elf Behältern mit hochradioaktivem Atommüll. Trotz massiver Abschirmung kann ein Mensch innerhalb von nur zehn Stunden bei Aufenthalt in ein bis zwei Metern Entfernung vom Castor die zulässige Jahresdosis von einem Millisievert abbekommen. Dies stellt vor allem für die in unmittelbarer Nähe des Castors eingesetzten Polizeibeamten und Polizeibeamtinnen ein Risiko dar.

Bilder zur Aktion von Greenpeace finden sich bei flickr.com

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