Greenpeace-Aktivisten informieren Verbraucher über riskante Gentechnik

Mai 15th, 2012 | By | Category: Gentechnik, Greenpeace-Presseerklärungen, Nahrungsmittel, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Wirtschaft

Gen-Food im KaDeWe

Greenpeace-Aktivisten informieren Verbraucher über riskante Gentechnik

Greenpeace-Pressemitteilung vom 15. Mai 2012

Nach Greenpeace-Recherchen bietet das Kaufhaus des Westens in Berlin ein großes Sortiment gentechnisch veränderter Lebensmittel an. Eine Backmischung enthält nach Laboruntersuchungen der Umweltschutzorganisation zudem Gen-Mais, der auf der Zutatenliste nicht genannt wird. Der Verkauf von nicht gekennzeichnetem Gen-Food ist in Europa strafbar.

Hamburg / Berlin, 15.05.2012. (greenpeace: Sigrid Totz) Die meisten Verbraucher wollen sich kein Gen-Food unterjubeln lassen, sagt Christiane Huxdorff, Gentechnikexpertin von Greenpeace. Mit genmanipulierten Lebensmitteln müssen sie unfreiwillig den Anbau der riskanten Agro-Gentechnik unterstützen.

Insgesamt 37 gentechnisch veränderte Lebensmittel bietet das KaDeWe an

Insgesamt 37 gentechnisch veränderte Lebensmittel bietet das KaDeWe an: Süßigkeiten, Barbecue-Soßen und Backmischungen. Die Kennzeichnung findet sich – für den Verbraucher fast unsichtbar – im Kleingedruckten. Greenpeace-Aktivisten fordern das KaDeWe heute auf, gentechnisch veränderte Lebensmittel nicht mehr zu verkaufen. Verbraucher können mit einem Stimmzettel gegen Gen-Food votieren.

So enthalten zum Beispiel die KaDeWe-Produkte Reese´s Peanut Butter Cups und Kellogg’s Pop Tarts Gen-Zucker, Gen-Mais und Gen-Soja. Die Tipsy BBQ Sauce ist mit Gen-Maisstärke und Gen-Sojabohnen hergestellt. Die nicht gekennzeichnete US-Backmischung stammt von Betty Crocker. Im Interesse der Verbraucher sollte das KaDeWe nur noch Importprodukte verkaufen, die garantiert keine Zutaten aus Gen-Pflanzen enthalten, sagt Huxdorff.

Lebensmittel aus den USA enthalten meistens genmanipulierte Zutaten

Das derzeitige KaDeWe-Angebot an genmanipulierten Lebensmitteln ist typisch für Produkte aus den USA. Dort werden generell genmanipulierte Zutaten wie Gen-Zucker, Gen-Soja oder Gen-Mais für die Lebensmittelherstellung verwendet. Über 90 Prozent der in den USA angebauten Soja und 85 Prozent des Maises sind gentechnisch verändert. Eine Kennzeichnungspflicht für Produkte aus Gen-Pflanzen existiert dort nicht. Importeure machen sich jedoch strafbar, wenn sie undeklariertes Gen-Food in Europa verkaufen.

Seit der europäischen Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel aus dem Jahr 2004 gibt es auf dem deutschen Markt kaum Gen-Food. Eine Ausnahme bleibt US-Importware. Doch auch hier regt sich Widerstand: Der Anbau von gentechnisch veränderten Zuckerrüben ist in den USA inzwischen umstritten, da sich die Rüben leicht mit artverwandten Pflanzen kreuzen können. Ihre Ausbreitung ist kaum kontrollierbar.

Publikationen zum Thema

Um PDFs zu betrachten, benötigen Sie einen PDF Reader.

Kommentar hinterlassen