GfbV: Islamisten in Nigeria erklären Jugendlichen den Krieg

Jun 19th, 2013 | By | Category: Aktuell, Menschen- u. Bürgerrechte, Militär, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen

Islamisten in Nigeria erklären Jugendlichen den Krieg

32 Tote in nur 24 Stunden durch Anschläge von Boko Haram-Sekte

Gesellschaft für bedrohte Völker Pressemitteilung vom 19. Juni 2013

logo_deuGöttingen, 19.06.2013. (gfbv) Anhänger der islamistischen Boko-Haram-Sekte in Nigeria haben jetzt offenbar auch Jugendlichen den Krieg erklärt, warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). „In nur 24 Stunden sind Anfang dieser Woche mindestens 32 Menschen in Nordnigeria von islamistischen Extremisten getötet worden. Die meisten Opfer waren Jugendliche“, berichtete der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Mittwoch in Göttingen. „Die Gewalt gegen unbewaffnete Jugendliche ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und diskreditiert die Islamisten noch mehr.“

Der Sprecher der Sekte, Abu Zinnira, hat nach den jüngsten Überfällen angekündigt, dass Boko Haram, nun auch gezielt gegen Jugendliche vorgehen werde, da diese bei der Verfolgung von Boko Haram mit den Sicherheitskräften zusammenarbeiteten. Mehrere hundert Jugendliche haben sich seit Jahresbeginn in Nordnigeria Selbsthilfegruppen angeschlossen, um Boko Haram-Kämpfer aufzuspüren, zu melden oder den Sicherheitskräften zu übergeben. Bisher zielten Anschläge von Boko Haram vor allem gegen Polizisten, Soldaten und andere Vertreter staatlicher Organe.

Mutmaßliche Boko-Haram-Kämpfer haben am Sonntagabend in Damaturu im Bundesstaat Yobe sieben Schüler und zwei Lehrer in einem staatlichen Gymnasium erschossen. Am Montag drangen Extremisten während einer Abschlussprüfung in eine Privatschule in Maiduguri im Bundesstaat Borno ein und töteten neun Schüler. Außerdem wurde eine Mitarbeiterin der Schulbehörde ermordet, als sie am Montag mit Fragen für Abiturprüfungen auf dem Weg in eine Schule in Maiduguri war. Weitere 13 Zivilisten, unter ihnen Fischer, Tee-Verkäufer und einige Jugendliche, wurden am Montag beim Alau-Staudamm in der Nähe Maiduguris von mutmaßlichen Boko Haram-Kämpfern erschossen. Zahlreiche dieser Opfer engagierten sich in der Gwange-Selbsthilfeorganisation, die den Sicherheitskräften erst in der vergangenen Woche mehrere mutmaßliche muslimische Extremisten übergeben hatte.

Ein Sprecher der Jugendlichen bekräftigte nach der jüngsten Gewalt deren Willen, am Kampf gegen Boko Haram festzuhalten: „Die Zeit der Straflosigkeit für das Töten von unschuldigen Menschen ist vorbei. Wir Jugendliche haben beschlossen, unser Schicksal in unsere Hand zu nehmen und wir werden die Aufständischen weiter jagen.“

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