Elbe: NABU fordert Modellprojekte in Sachsen-Anhalt

Sep 21st, 2011 | By | Category: Allgemein und Übergreifend, Naturschutz, Ostfalen, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Verkehr, Wirtschaft

200 Elbkilometer naturnahe Lebensräume

NABU fordert Modellprojekte in Sachsen-Anhalt

NABU-Pressemitteilung vom 20. September 2011

Berlin, 20.09.2011. (nabu) Mit seinem Besuch im Unesco-Biosphärenreservat Mittelelbe im Rahmen seiner diesjährigen Sommerreise betont NABU-Präsident Olaf Tschimpke die Verantwortung des Landes Sachsen-Anhalt für die naturverträgliche Nutzung der Elbe: „Sachsen-Anhalt nutzt weder das Potenzial des Flusses, eine vielfältige Elblandschaft mir Sandbänken, Auwäldern und Sumpfbereichen zu gestalten, noch betreibt es ausreichend ökologischen Hochwasserschutz. Der aktuelle Bericht des Landes zeigt außerdem eine erhöhte Dioxinkonzentration, die durch die Mulde und die Saale in die Elbe eingetragen werden. Hier ist Sachsen-Anhalt in der Pflicht, die Probleme aktiv anzugehen und als Praxisbeispiel zu zeigen, wie Naturschutz, Binnenschifffahrt und Hochwasserschutz zusammen funktionieren können.“

zeigen, dass gleichzeitig die Renaturierung der Elbe, ihr Unterhalt als Bundeswasserstraße und ökologischer Hochwasserschutz gefördert werden können

Auch 15 Jahre nach der gemeinsamen Elbe-Erklärung der Naturschutzverbände und der Ministerien laufen die Umsetzungen der damals vereinbarten Maßnahmen nur schleppend. Der NABU fordert daher das Land Sachsen-Anhalt, das Bundesverkehrsministerium und das Bundesumweltministerium auf, sich umgehend mit den Umweltverbänden und der Binnenschifffahrt auf zwei Modellprojekte zu verständigen. Diese sollen zeigen, dass gleichzeitig die Renaturierung der Elbe, ihr Unterhalt als Bundeswasserstraße und ökologischer Hochwasserschutz gefördert werden können. Außerdem sollen sie der Start für ein Gesamtkonzept Elbe sein, das transparent und wirksam die Anstrengungen für einen lebendigen Fluss nach vorne treibt.

Im Rahmen der Projekte sollen zwei Strecken der Elbe oberhalb und unterhalb Magdeburgs regeneriert werden

Im Rahmen der Projekte sollen zwei Strecken von jeweils 100 Flusskilometern im Strombett der Elbe oberhalb und unterhalb Magdeburgs regeneriert werden. Die Umsetzung beider Vorhaben sollte in den Händen einer Arbeitsgemeinschaft aus Bund, Ländern und Naturschutzverbänden liegen. Dabei gilt es, auch die notwendigen Strukturen im Bereich der Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) anzupassen, um sowohl die vorhandenen Kapazitäten als auch das wasserbauliche und ökologische Wissen der begleitenden Bundesforschungsanstalten mit der langjährigen Erfahrung der Naturschutzverbände zu kombinieren.

Dazu ist eine kompetent und transparent mit den Bürgern zusammenarbeitende Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost nötig

„Dazu ist eine kompetent und transparent mit den Bürgern zusammenarbeitende Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost nötig. Wir brauchen nicht weniger, sondern bessere Verwaltungsämter, die ihre Kompetenzen voll ausschöpfen können. Alles andere wäre kontraproduktiv“, kommentiert Tschimpke die aktuelle Debatte um die Strukturreform der Bundeswasserstraßenverwaltung.

Auf seiner diesjährigen Sommerreise besucht der NABU-Präsident neben der Elbe auch den Nationalpark Berchtesgaden.

Kommentar hinterlassen