Campact u. BUND: „Wind und Sonne statt Kohle und Atom“

Mrz 13th, 2014 | By | Category: Aktuell, Atomkraft, Energie, Klima, Menschen- u. Bürgerrechte, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Wirtschaft

„Wind und Sonne statt Kohle und Atom“

Bürgerprotest mit fünf Meter hoher Kohlosaurus-Puppe bei Ministerpräsidentenkonferenz

Gemeinsame Pressemitteilung von Campact und BUND vom 13. März 2014

BUND und Campact fordern: „Länder müssen dem Ausbremsen der Energiewende entgegentreten und Gabriels EEG-Pläne vom Kopf auf die Füße stellen“

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Energiewende-Protest mit „Kohlosaurus“ in Berlin (Foto: BUND); verlinkt zur BUND-Pressemitteilung

Berlin, 13.03.2014. (campact / bund) Die Ministerpräsidentenkonferenz in der baden-württembergischen Landesvertretung wurde heute von lautstarken Protesten begleitet. Klimaschützer platzierten einen fünf Meter hohen „Kohlosaurus“ – halb Kohlekraftwerk, halb Dinosaurier – vor dem Gebäude und forderten von den Bundesländern, auf grundlegende Änderungen der Pläne von Bundesenergieminister Sigmar Gabriel zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zu drängen. Der „Kohlosaurus“ versuchte ein drei Meter hohes Windrad aufzufressen. Demonstranten forderten auf Schildern und mit Sprechchören „Sonne und Wind statt Kohle und Atom“. Zu der Aktion hatten das Kampagnennetzwerk Campact und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) aufgerufen.

„Statt die kostengünstigste erneuerbare Energie – die Windkraft an Land – auszubremsen, müssen die Bundesländer alles daran setzen, die klimaschädliche Braunkohle zurückdrängen“, sagte Oliver Moldenhauer von Campact. Die Zunahme der Braunkohleverstromung gefährde die Klimaschutzziele und passe nicht zur Energiewende. „Braunkohlekraftwerke sind genau wie Atomkraftwerke schwerfällige Kraftwerkskolosse, die natürliche Schwankungen von Wind- und Sonnenenergie nicht flexibel ausgleichen können“, so Moldenhauer. „Nicht die erneuerbaren Energien sind das Problem sondern zu viel Braunkohlestrom.“ Das gegenwärtige Überangebot an Braunkohlestrom mache effiziente Gaskraftwerke unwirtschaftlich und treibe die EEG-Umlage in die Höhe, da diese aus der Differenz zwischen Börsenpreis und den Vergütungssätzen für erneuerbare Energien bestehe.

Die BUND-Energieexpertin Daniela Setton kritisierte die neuen Vorschläge zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes aus Bayern. „Der bayerische Vorschlag, die Förderung bei acht Cent pro Kilowattstunde zu begrenzen, ist Unsinn. Wenn die Umlage auf ihren Kern zurückgeführt wird und ausufernde Industriebefreiungen gekürzt werden, wird die Umlage sogar sinken. Stattdessen sollte der bayerische Ministerpräsident Seehofer in Bayern von der Bremse beim Ausbau der Windenergie gehen“, so die BUND-Expertin. Setton rief die Ministerpräsidenten auf, einen überhasteten Systemwechsel hin zu Ausschreibungsmodellen – wie von der Bundesregierung geplant – abzulehnen. „Die bisherige Einspeisevergütung ist das Herzstück der Energiewende. Die so bewirkte breite Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an Erneuerbare-Energien-Anlagen führt zu einer hohen Akzeptanz der Energiewende.“

Weitere Informationen:

Hintergrund zur Energiewende-Kampagne von Campact: http://bit.ly/MQwn1l

Neue, ausführliche Stellungsnahme des BUND zur EEG-Reform: http://bit.ly/1cAVDF6

 

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