Campact u. a.: Protest mit 925 leeren Töpfen gegen Nahrungsmittelspekulation

Sep 26th, 2012 | By | Category: Aktuell, Menschen- u. Bürgerrechte, Nahrungsmittel, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Wirtschaft

Protest mit 925 leeren Töpfen gegen Nahrungsmittelspekulation

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG VON CAMPACT, FRIENDS OF THE EARTH EUROPE, SOS FAIM UND WORLD  DEVOLEPMENT MOVEMENT vom 26. September 2012

Brüssel, 26.9.2012. (campact) Aus Hunderten Kochtöpfen und Bratpfannen haben am mehrere Nichtregierungsorganisationen auf dem Place de Luxembourg in Brüssel in gigantischen Buchstaben den Schriftzug „Stop food speculation“ geformt. Die 925 Töpfe und Pfannen standen stellvertretend für die 925 Millionen Hungernden weltweit. Anlass für die Protestaktion war eine entscheidende Abstimmung des Wirtschafts- und Währungsausschusses des Europaparlamentes über die Spekulation mit Nahrungsmitteln. Der zuständige Berichterstatter, der deutsche Abgeordnete Markus Ferber (CSU) nahm rund 100.000 Unterschriften gegen Nahrungsmittelspekulation persönlich entgegen. Die Aktion wurde von dem deutschen Kampagnennetzwerk Campact gemeinsam mit den Organisationen Friends of the Earth Europe, SOS Faim und dem World Developement Movement organisiert.

Die Nichtregierungsorganisationen fordern strenge Finanzmarktregeln, um die Nahrungsmittelspekulation einzudämmen

Die Ausschussmitglieder werden heute über die „Markets in Financial Instruments Directive“ abstimmen. Die Nichtregierungsorganisationen fordern strenge Finanzmarktregeln, um die Nahrungsmittelspekulation einzudämmen. Die Finanzmarktreform kommt zu einer Zeit, zu der die Food and Agriculture Organisation (FAO) und das UN Welternährungsprogramm vor einer neuen Welternährungskrise warnen.

Die Direktorin des World Devolopements Movement Deborah Doane erklärt:

„Wir erwarten die dritte Nahrungsmittelpreisspitze innerhalb von fünf Jahren, die Millionen Menschen in Armut und Hunger stürzen wird. Spekulation ist eine der Hauptursachen für die Preissteigerungen. Die EU kann helfen, die Nahrungspreise zu stabilisieren und so millionenfaches Leid verhindern. Aber nur, wenn die Europaabgeordneten für eine strenge Regulierung stimmen.“

Virginie Pissoort, Campaignerin von SOS Faim, erklärt:

„Die wachsende Finanzspekulation lässt die Nahrungspreise unberechenbar schwanken, mit dramatischen Folgen für die Bauern. Millionen von Kleinbauern sind nicht in der Lage von den internationalen Preissteigerungen zu profitieren, sondern leiden unter den Folgen der unberechenbaren Schwankungen.“

Astrid Goltz, Campaignerin des deutschen Kampagnenetzwerkes Campact, sagt:

„Wir fordern die europäischen Entscheidungsträger auf, für klare Positionslimits zu stimmen, um so die Nahrungsmittelspekulation einzudämmen. Die neue Finanzmarktdirektive bietet die Chance, endlich die Agrarrohstoffmärkte zu regulieren. Märkte für Lebensmittel dürfen keine Casinos für Zocker sein.“

Anne von Schalk von Friends oft he Earth Europe erklärt:

„Die Europaabgeordneten haben die einmalige Chance, die Spekulation mit Nahrungsmitteln zu bremsen. Die Verhandlungen gehen in die richtige Richtung. Aber es kommt jetzt darauf an, dass das Europaparlament sicher stellt, dass die Regulierung wirklich funktioniert und den Hunger der Menschen über die Gier der Finanzmärkte stellt.“

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