Campact fordert Halbierung des Antibiotikaeinsatzes bis 2015

Nov 28th, 2012 | By | Category: Aktuell, Gesundheit, Nahrungsmittel, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Wirtschaft

Mit Riesenhuhn gegen Antibiotika in Megaställen

Protestaktion vor Bundestag gegen Zunahme von multirestistenten Keimen durch zu viel Antibiotika in der Tiermast

Campact-Pressemitteilung vom 28. November 2012

Campact fordert Halbierung des Antibiotikaeinsatzes bis 2015

Berlin, 28.11.2012. (campact) Mit einem aufblasbaren Riesenhuhn hat das Kampagnennetzwerk Campact heute vor dem Bundestag gefordert, den Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung bis 2015 zu halbieren. Dem Riesenbrathühnchen wurde von als „Agrarindustrielle“ verkleideten Campact-Aktiven Antibiotika gespritzt und es begann dann mit „multiresistenten Keimen“ um sich zu spucken. Mit  der Aktion wollte Campact darauf aufmerksam machen, dass sich durch den hohen Antibiotikaeinsatz in der Massentierhaltung multiresistente Keime bilden, gegen die Antibiotika immer häufiger nicht mehr wirken.

Statt Aigners zahnlosem Gesetz brauchen wir endlich verbindliche Minderungsziele für den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung

Anlass für die Protestaktion war eine öffentliche Expertenanhörung des Bundestagsagrarausschusses zum Entwurf für ein neues Arzneimittelgesetz. Den Gesetzentwurf von Agrarministerin Aigner kritisierten die Demonstranten als viel zu halbherzig. Auf Schildern wandten sie sich gegen „Killerkeime auf dem Teller“.

„Statt Aigners zahnlosem Gesetz brauchen wir endlich verbindliche Minderungsziele für den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung“, sagte Astrid Goltz von Campact. „Als erster Schritt muss der Antibiotikaeinsatz bis 2015 halbiert werden. Dazu muss der Durchschnittswert der Antibiotika, die pro Tier verabreicht werden dürfen, schrittweise reduziert werden. Nur so können wir verhindern, dass immer mehr multiresistente Killerkeime auf unsere Teller gelangen.“

Doch Ministerin Aigner schützt lieber die Massentierhaltung statt die Verbraucher

„Doch Ministerin Aigner schützt lieber die Massentierhaltung statt die Verbraucher. Der vorliegende Gesetzentwurf zementiert die Menge der eingesetzten Antibiotika: Als Obergrenze für die jährliche Antibiotika-Vergabe in einem Betrieb gilt der bundesweite Durchschnitt des Vorjahres. Ein Anreiz Antibiotika zu reduzieren ist damit für den Tierhalter überhaupt nicht gegeben. Tierzuchtbetriebe und Fischfarmen werden erst gar nicht erfasst, obwohl sie besonders viel Antibiotika einsetzen“, kritisierte Goltz.

Einen gemeinsamen Online-Appell von Campact und der Tierschutzorganisation ProVieh „Keine Killerkeime auf meinem Teller“ haben bereits über 76.000 Menschen unterzeichnet (https://www.campact.de/antibiotika/appell/teilnehmen/).

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