Campact: Bürger fordern schnellen Atomausstieg ohne Hintertürchen

Mai 30th, 2011 | By | Category: Atomkraft, Energie, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Wirtschaft

Atomkraftgegner entschärfen AKW-Zeitbombe vor dem Kanzleramt

Anlässlich der Übergabe des Bericht der Ethikkommission fordern Bürger schnellen Atomausstieg ohne Hintertürchen. „Geplante Revisionsklausel ist Einladung an Konzerne, den Ausstieg auszubremsen.“

Campact-Pressemitteilung vom 30. Mai 2011

Berlin, 30.5.2011. (campact) Anlässlich der Übergabe des Berichts der Ethikkommission an Bundes­kanzlerin Merkel kritisierten Atomkraftgegner den Ausstiegsplan der Regierung und erinnerten an das tödliche Risiko der Atomkraft. Vor dem Kanzleramt entschärften sie ein als Zeitbombe gestaltetes Atomkraftwerk. Mit einem anschließenden „Weckerkonzert“ forderten die Aktiven des Kampagnen-Netzwerks Campact Kanzlerin Merkel auf, unumkehrbar und weit schneller als geplant aus der Atomkraft auszusteigen.

Jedes Atomkraftwerk ist eine tickende Zeitbombe

„Jedes Atomkraftwerk ist eine tickende Zeitbombe, die jederzeit hoch gehen kann. Deshalb darf die Regierung uns nicht über 10 Jahre dem tödlichen Risiko der Atomkraft aussetzen, nur um die Profite der Konzerne zu sichern“, fordert Christoph Bautz von Campact. „Bis spätestens 2015 können wir selbst laut Regierungsberatern alle Reaktoren abschalten – ohne Atomstrom aus dem Ausland importieren zu müssen oder die Versorgungssicherheit zu gefährden.“

Der schwarz-gelbe Ausstiegsplan ist gespickt mit Tricks und Hintertürchen

Der schwarz-gelbe Ausstiegsplan ist gespickt mit Tricks und Hintertürchen, mit denen der Ausstieg später wieder ausgehebelt werden kann. Sowohl die Überprüfung des Ausstiegs 2018 als auch die Belassung von abgeschalteten Reaktoren in der Kaltreserve sind eine Einladung an die Konzerne, den Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Stromnetze so zu behindern, dass der Ausstieg dann doch wieder vertagt wird. Ein Atomausstieg im Konsens mit den Bürgern muss unumkehrbar und weit schneller sein“, so Bautz. Ungeklärt scheint weiterhin die Endlagerfrage zu sein. Ein Konsens mit den Bürgern müsse ein Aus für Gorleben und eine standortunabhängige Endlagersuche enthalten.

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