BUND fordert von EU-Abgeordneten Verwässerung der Agrarreform zu stoppen

Jan 22nd, 2013 | By | Category: Aktuell, Nahrungsmittel, Naturschutz, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Wirtschaft

BUND fordert von EU-Abgeordneten Verwässerung der Agrarreform zu stoppen

BUND-Pressemitteilung vom 22. Januar 2013

Berlin / Brüssel, 22.01.2013. (bund) Der BUND hat die deutschen Abgeordneten des EU-Agrarausschusses in einem Offenen Brief aufgefordert, die europäische Agrarreform nicht weiter zu verwässern. Die vom Agrarausschuss vorgelegten Kompromissvorschläge zur Reform der europäischen Agrarpolitik seien „aus gesellschaftlicher Sicht inakzeptabel“ und dürften unter keinen Umständen verabschiedet werden. „Offenbar will der Agrarausschuss mit einer Kehrtwende das EU-Parlament dazu bringen,…verbindliche Umweltschutzleistungen abzulehnen“, kritisierte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger in dem Schreiben. Die deutschen Abgeordneten müssten Rückschritte bei der Reform stoppen und diese stattdessen zugunsten einer ökologisch-bäuerlichen Landwirtschaft nach vorne bringen, begründete Weiger die Intention seines Briefes.

Die Neuorientierung der europäischen Agrarpolitik hin zu mehr Umwelt- und Tierschutz steht auf dem Spiel

„Die Neuorientierung der europäischen Agrarpolitik hin zu mehr Umwelt- und Tierschutz steht auf dem Spiel. Die industrialisierte Landwirtschaft schadet dem Naturschutz, der Gesundheit von Menschen und Tieren und führt zum Sterben kleiner bäuerlicher Betriebe. Die EU-Parlamentarier stehen gegenüber ihren Wählern in der Pflicht, endlich eine ökologische und soziale Agrarwende einzuleiten und Agrarsubventionen künftig an strengere Umwelt- und Tierschutzstandards zu knüpfen. Wer hingegen die ohnehin nicht übermäßig ambitionierten Kommissionsvorschläge aufweicht, der leistet ausschließlich der industriellen Agrarwirtschaft Vorschub“, sagte Hubert Weiger.

Wir fordern die deutschen EU-Parlamentarier auf, sich für eine Verschärfung der Umweltauflagen anstatt für deren Aufweichung einzusetzen

Die vorliegenden Kompromissvorschläge würden nicht nur die von der EU vorgeschlagenen Standards zur Ökologisierung der Landwirtschaft drastisch senken sondern auch zu größerer Bürokratie führen. Monokulturen, die mit einem erheblichen Pestizideinsatz verbunden seien, würden weiter erlaubt. Landwirte müssten zudem unnötige zusätzliche Nachweise über ihre Bewirtschaftungsmethoden erbringen. „Mit den Aufweichungen durch den vorliegenden Kompromiss würde den Agrarzahlungen jegliche Legitimation entzogen“, heißt es in dem Offenen Brief des BUND.

„Wir fordern die deutschen EU-Parlamentarier auf, sich für eine Verschärfung der Umweltauflagen anstatt für deren Aufweichung einzusetzen. Der bisherige Vorschlag der EU-Kommission muss weiter verbessert werden, damit ein EU-weit wirksames Anreizsystem für mehr Umweltschutz in der Landwirtschaft erarbeitet werden kann“, sagte BUND-Vorsitzende Hubert Weiger zur Begründung seines Briefes.

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