BUND: 1.734 Tonnen Antibiotika pro Jahr sind viel zu viel

Sep 25th, 2012 | By | Category: Aktuell, Gesundheit, Nahrungsmittel, Naturschutz, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Wirtschaft

Agrarministerkonferenz in Baden-Württemberg muss mehr Umwelt- und Tierschutz durchsetzen

1.734 Tonnen Antibiotika pro Jahr sind viel zu viel

BUND-Pressemitteilung vom 25. September 2012

Schöntal / Berlin, 25.09.2012. (bund) Von der morgen beginnenden Agrarministerkonferenz der Bundesländer in Schöntal (Baden-Württemberg) hat der BUND ein klares Bekenntnis zu mehr Umwelt- und Tierschutz gefordert. Die EU-Kommission verlange, dass Empfänger von Agrarsubventionen mehr für den Umwelt- und Tierschutz tun, wenn sie Geld aus Brüssel erhalten wollten. Die Agrarminister von Bund und Ländern müssten sich klar hinter dieses Anliegen stellen, sagte Jochen Dettmer, agrarpolitischer Sprecher des BUND.

Die industrialisierte Landwirtschaft hat ihren Zenit überschritten – Jetzt muss es in die Gegenrichtung gehen

„Die industrialisierte Landwirtschaft hat ihren Zenit überschritten. Jetzt muss es in die Gegenrichtung gehen: Weniger Antibiotikaeinsatz, bessere Tierhaltungsbedingungen und die Steuergelder für die Stärkung der Alternativen zur Agrarindustrie“, sagte Dettmer.

Erforderlich sei eine Verringerung des Antibiotika-Einsatzes in der Tierhaltung um 50 Prozent bis 2015. „Die Länderagrarminister müssen dazu beitragen, dass der exorbitante Antibiotika-Einsatz von jährlich 1.734 Tonnen nicht weiter ansteigt sondern dass er entscheidend sinkt. Dies können sie bei den laufenden Verhandlungen zur Novellierung des deutschen Arzneimittelgesetzes durchsetzen“, sagte Dettmer.

Wenn Deutschland Hungerbekämpfung, Klima- und Artenschutz ernst nehme, müsse es dies mit der Förderung des Anbaus heimischer Eiweißpflanzen unter Beweis stellen

„Die jetzige Agrarpolitik ist auch dafür verantwortlich, dass sich Maiswüsten immer weiter ausbreiten. Dies gefährdet die Artenvielfalt in den ländlich geprägten Regionen. Bedroht sind vor allem Vögel, Lurche und Bienen“, sagte Dettmer.

Um einen höheren Grad der Selbstversorgung mit Eiweißpflanzen zu gewährleisten, müssten Agrarministerin Ilse Aigner und die Länder außerdem darauf dringen, dass im Zuge der Brüsseler Agrarreform Fruchtfolgen durchgesetzt werden, die zu einem Fünftel auf Eiweißpflanzen basierten. Wenn Deutschland Hungerbekämpfung, Klima- und Artenschutz ernst nehme, müsse es dies mit der Förderung des Anbaus heimischer Eiweißpflanzen unter Beweis stellen, so Dettmer.

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