Attac: Water Makes Money – europaweite Filmpremiere

Sep 22nd, 2010 | By | Category: Nahrungsmittel, Politik und Gesellschaft, Wirtschaft

„Water Makes Money“ – europaweite Filmpremiere

Attac-Gruppen beteiligen sich mit Infos und Veranstaltungen

Attac-Pressemitteilung vom 21. September 2010

Frankfurt am Main, 21.09.2010. (attac) Am Donnerstag feiert der Film „Water Makes Money“ Weltpremiere in mehr als 100 Städten der Welt. Er dokumentiert das zweifelhafte Geschäft von Wasserkonzernen, die Folgen von Wasserprivatisierung und den erfolgreichen Widerstand dagegen. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat den Film gemeinsam mit anderen Organisationen von Anfang an unterstützt. Die Idee zu dem Streifen entstand bei der Europäischen Sommeruniversität von Attac im August 2008 in Saarbrücken. Attac-Gruppen beteiligen sich an vielen Premieren-Aufführungen aktiv mit Diskussionsveranstaltungen und Informationsständen.

Ausverkauf des Gemeinguts Wasser

„Globale Konzerne versuchen alles, um aus Wasser Geld zu machen“, sagte Christiane Hansen von Attac, die an dem Film mitgewirkt hat. Trotz einiger Rückschläge sei die Privatisierung des Wassers immer noch auf dem Vormarsch. An der Spitze stünden die Konzerne Veolia und Suez aus Frankreich, wo die Wasserversorgung schon lange in privater Hand ist. Christiane Hansen: „Der Film zeigt eindrücklich, wie sich die Konzerne mit undurchsichtigen Methoden am Ausverkauf des Gemeinguts Wasser beteiligen und eine nachhaltige und soziale Versorgung verhindern.“

Auch in Deutschland müssen Konzerne aus der Wasserversorgung verschwinden

Der Film zeige aber auch, wie weit der Widerstand gegen die Konzerne inzwischen reicht und wie das Wasser wieder in öffentliche Hände zurückkehren kann: In ihrer Heimat Frankreich werden die Konzerne gerade zurückgedrängt, wie jüngst Anfang des Jahres in Paris. „Auch in Deutschland müssen Konzerne aus der Wasserversorgung verschwinden, egal ob sie aus Frankreich oder aus Deutschland kommen“, forderte Markus Henn für Attac.

Privatisierung von Gemeingütern ist fester Bestandteil des neoliberalen Programms

Die Privatisierung von Gemeingütern ist fester Bestandteil des neoliberalen Programms und wird von Attac seit seiner Gründung an kritisiert. „Besonders Wasser darf nicht zum Spielball von Profitinteressen werden – wir haben damit inzwischen genug schlechte Erfahrungen gemacht“, stellte Christiane Hansen fest.

Bundesweiten Kampagne „PPP Irrweg“

Mit der bundesweiten Kampagne „PPP Irrweg“ klärt Attac über Teilprivatisierungen in Form von Public Private Partnerships (PPP) auf und setzt sich für den Erhalt und Ausbau öffentlicher Infrastruktur ein. In Berlin engagiert sich Attac im Bündnis Berliner Wassertisch für eine Rekommunalisierung der Wasserbetriebe. Ende Juni ist das vom Wassertisch initiierte Volksbegehren für die Offenlegung der Geheimverträge der Berliner Wasserbetriebe gestartet.

2 comments
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  1. Seit 1999 wird mit dem Wasser und Abwasser Berlins Profit gemacht. Die Stadt Berlin besitzt heute 50,1 Prozent, die Konzerne RWE und Veolia zusammen 49,9 Prozent der Anteile an den Berliner Wasserbetrieben. Die Verträge sind geheim und haben unerträgliche Folgen für die Berliner Bevölkerung. Diese Teilprivatisierung ist das bisher größte Projekt europaweit, in dem ein öffentliches Unternehmen mit Privatfirmen zusammenarbeitet.

    Seit Jahren setzt sich die Bürgerinitiative «Berliner Wassertisch» dafür ein diese Teilprivatisierung rückgängig zu machen. Endlich, am 28. Juni 2010, hat die zweite Stufe des Volksbegehrens über die Offenlegung der Teilprivatisierungsverträge bei den Berliner Wasserbetrieben begonnen. Es müssen ca. 173.000 Unterschriften gesammelt werden, damit ein Volksentscheid stattfinden kann. Zunächst wollte der Senat von Berlin das Volksbegehren verbieten, doch das Landesverfassungsgericht zeigte ihm die rote Karte (Urteil vom 6. Oktober 2009 – VerfGH 63/08).

    Sollte das Volksbegehren gelingen, handelt es sich um einen Präzedenzfall und einen Meilenstein im Kampf gegen die Privatisierung öffentlicher Güter. Die Zeit ist jedoch knapp, nur noch bis zum 27. Oktober 2010 können die Einwohner Berlins ihre Unterschrift leisten.

    Alle Informationen zum Volksbegehren:
    http://www.berliner-wassertisch.net/

  2. Hermann Scheer zur Privatisierung von Gemeinschaftsgütern:
    http://www.youtube.com/watch?v=m3__i7ULbcQ

    Das ist ein Ausschnitt aus dem Film „Let’s Make Money“ von Erwin Wagenhofer (ab 52:00).

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