Attac unterstützt Proteste gegen Troika-Diktat – „Märsche der Würde“ (Marchas de la Dignidad)

Mrz 20th, 2014 | By | Category: Aktuell, Menschen- u. Bürgerrechte, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Wirtschaft

Spanien: „Märsche der Würde“ gegen Verarmungspolitik

Attac unterstützt Proteste gegen Troika-Diktat

Attac-Pressemitteilung vom 20. März 2014

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Verlinkt zur Webseite der „Märsche der Würde“ (in spanischer Sprache; Bild: marchasdeladignidad.org)

Madrid / Frankfurt am Main, 20.03.2014. (attac) „Märsche der Würde“ (Marchas de la Dignidad) – unter diesem Motto ziehen seit vergangener Woche Tausende aus verschiedenen Regionen Spaniens gen Madrid, um gegen die von der Troika erzwungene Kürzungspolitik zu protestieren. Täglich schließen sich ihnen mehr Menschen an, darunter auch viele Attac-Aktive. Am Samstag werden sie zu einer großen Demonstration und Kundgebung in der Hauptstadt zusammentreffen. „Nein zur Bezahlung der Schulden“ (No al pago de la deuda), „Keine weiteren Kürzungen“ (Ni un recorte más), „Weg mit den Regierungen der Troika (Fuera los gobiernos de la troika) sowie „Brot, Arbeit und ein Dach für alle“ (Pan, trabajo y techo para todos y todas) lauten ihre Hauptforderungen.

Das Attac-Netzwerk erklärt sich solidarisch mit dem Protest in Spanien und unterstützt die Forderungen der Marschierenden. „Dieser Widerstand wird überwiegend von den Menschen getragen, die am stärksten von der Verarmungspolitik der Troika und der spanischen Regierung betroffen sind. Sie sind Teil jener Hunderttausender, die aus ihren Wohnungen geworfen wurden, ihre Arbeit verloren haben oder aus dem Gesundheitssystem gefallen sind“, sagte Hermann Mahler von der Attac-Projektgruppe Eurokrise. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie vielfältig und phantasievoll ihr Widerstand ist. Sie haben Gemeinschaftsküchen und Tauschringe gegründet, besetzen leerstehenden Wohnraum und organisieren kostenlose medizinische Nothilfe. Und jetzt ziehen sie nach Madrid.“

Täglich finden regionale Kundgebungen und Asambleas (Versammlungen) an den Orten statt, an denen die Märsche Station machen. Auch aus dem Ausland nehmen Arbeitsemigrantinnen und -migranten, die Spanien wegen der Krise verlassen haben, an den Protesten teil. Aus Berlin werden ebenso Busse organisiert wie aus Belgien, der Slowakei und vielen anderen Ländern.

Die Märsche werden von Sozialverbänden, Gewerkschaften und mehr als 300 weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen aus ganz Spanien organisiert. Dazu gehören beispielsweise Attac Andalusien, die Plattform der Opfer der Hypotheken PAH, die Gewerkschaft der andalusischen Arbeiter SAT, der „Verband der Zivilgesellschaft: Wir sind die Mehrheit“ (frente civico: somos mayoria), das solidarische Netzwerk des Volks, der Gewerkschaftsdachverband CGT und CNT, die Initiative der Arbeits- und Mittellosen Asturiens, die Mütter gegen die Repression sowie diverse kleinere linke Organisationen wie Construyendo la Izquierda, aber auch die Izquierda Unida. Zudem unterstützen bekannte Persönlichkeiten der spanischen Linken wie Julio Anguita oder der Gewerkschafter Diego Cañamero die Märsche.

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