Attac: Trennung von Geschäfts- und Investmentbanking reicht nicht

Okt 4th, 2012 | By | Category: Aktuell, Menschen- u. Bürgerrechte, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Wirtschaft

Kein Recht auf Größe für Zocker-Banken!

Trennung von Geschäfts- und Investmentbanking reicht nicht

Attac-Pressemitteilung vom 3. Oktober 2012

Frankfurt am Main, 03.10.2012. (attac) Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat die öffentliche Debatte um eine Zerschlagung von Großbanken begrüßt, die Vorschläge der EU-Expertenkommission wie auch die von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück aber als nicht weitgehend genug bewertet. „Es ist höchste Zeit, die verheerende gesellschaftliche Rolle von Großbanken ins Zentrum der Debatte zu rücken und die Konsequenzen zu ziehen“, sagte Mike Nagler vom Attac-Koordinierungskreis. Die Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken wäre ein richtiger Schritt, würde aber nicht ausreichen. „Wer seine Gewinne mit Investmentbanking erwirtschaftet, hat kein Recht auf Größe. Diese Zocker-Banken gehören zerschlagen, in kleine Einheiten zerlegt und unter demokratische Kontrolle gestellt.“

Großbanken wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank eine Gefahr für die gesamte Gesellschaft

Auf den Finanzmärkten dürfe es keine Akteure mehr geben, die im Falle ihres Konkurses das globale Finanzsystem kollabieren lassen können. Die Lehman-Brothers-Pleite habe gezeigt, dass global vernetzte, „systemrelevante“ Großbanken wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank eine Gefahr für die gesamte Gesellschaft sind.

Politik versorgt die Banken permanent mit neuem Geld für die nächste Runde im globalen Finanzcasino

„Wir erleben nun seit Jahren ein Banken-Rettungsprogramm in Milliardenhöhe nach dem anderen – zuletzt organisiert über den Euro-Rettungsschirm ESM. Statt die Spekulation einzudämmen und Banken zu entmachten, versorgt die Politik die Banken permanent mit neuem Geld für die nächste Runde im globalen Finanzcasino,“ sagte Steffen Stierle, ebenfalls aktiv im Attac-Koordinierungskreis. „Ohne eine Zerschlagung der Großbanken und ihre anschließende Demokratisierung werden sich die Finanzmärkte nicht an die Leine legen lassen.“

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