Ärzte ohne Grenzen verurteilt die Plünderung von Einrichtungen der Organisation in Bentiu

Jan 10th, 2014 | By | Category: Aktuell, Menschen- u. Bürgerrechte, Militär, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Wirtschaft

Ärzte ohne Grenzen verurteilt die Plünderung von Einrichtungen der Organisation in Bentiu

Ärzte ohne Grenzen Pressemitteilung vom 10. Januar 2014

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen verurteilt nachdrücklich die Plünderung von Einrichtungen der Organisation in Bentiu, der Hauptstadt des Bundesstaates Unity im Südsudan am Donnerstag. Ärzte ohne Grenzen war vor den jüngsten Kämpfen eine der wenigen verbliebenen humanitären Organisationen in der Stadt und leistete im Krankenhaus Hilfe für die Vertriebenen und Verletzten.

aog_logoJuba / Berlin, 10. Januar 2014.  (aog) „Es ist nicht akzeptabel, dass eine der wenigen humanitären Organisationen, die noch Hilfe für die Menschen in Bentiu leistet, geplündert wird“, sagt Arjan Hehenkamp, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen in den Niederlanden. „Ärzte ohne Grenzen ruft alle Parteien in diesem Konflikt dazu auf, die medizinischen Einrichtungen zu respektieren und Patienten – unabhängig von ihrer Herkunft oder ethnischen Zugehörigkeit – den Zugang zu medizinischen Einrichtungen zu ermöglichen.

Ärzte ohne Grenzen ist seit 2010 in Bentiu tätig. Vor dem Konflikt betrieb die Organisation Programme zu Behandlung von Tuberkulose, HIV und Mangelernährung für die lokale Bevölkerung. Seit dem Ausbruch des Konflikts konzentrierten sich die Teams auf post-operative Versorgung für Verwundete im Krankenhaus und Basis-Gesundheitsversorgung für Vertriebene, die Schutz in einer Basis der Vereinten Nationen gesucht haben.

Wegen des andauernden Konflikts haben tausende Menschen in Bentiu keine Gesundheitsversorgung, geschätzte 10.000 sind vertrieben und auf dem Weg in die Stadt Leer. „Tausende Menschen in und um Bentiu haben keinen Zugang zu Wasser, Nahrung und Gesundheitsversorgung“, sagt Raphael Georgeu, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen im Südsudan. „Ärzte ohne Grenzen wird die dringend benötigte Hilfe in Bentiu nicht wieder aufnehmen können, solange die Sicherheit unserer Patienten, unserer Mitarbeiter und unserer Einrichtungen nicht garantiert ist.“

Am Mittwoch mussten die Teams von Ärzte ohne Grenzen aufgrund der verschärften Sicherheitslage nach Leer verlegt werden, das dreieinhalb Stunden entfernt liegt, wo sie ihre Kollegen im Krankenhaus unterstützten, das Ärzte ohne Grenzen dort seit 25 Jahren betreibt. Neben der üblichen medizinischen Gesundheitsversorgung behandeln die Teams dort  auch kriegsverletzte Patienten, die nun aus Bentiu ankommen.

„Tausende Menschen sind aus der Stadt im letzten Moment geflohen, ohne etwas mitnehmen zu können. Wir tun unser Bestes um festzustellen, wo es ihnen auf der Strecke von Bentiu nach Leer an Wasser, Nahrungsmitteln und medizinischer Versorgung fehlt. Wir bereiten uns darauf vor, jenen zu helfen, die es am dringendsten benötigen“.

Ärzte ohne Grenzen ist seit 1983 im Südsudan tätig und betreibt derzeit 18 Projekte in neun der zehn Bundesstaaten. Derzeit arbeiten 228 internationale und 2.917 südsudanesische Mitarbeiter in den Projekten von Ärzte ohne Grenzen.

One comment
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  1. Viele Dank für die Informationen zu Ärzte ohne Grenzen. Schrecklich, wenn solche Hilfsprojekte durch solche Taten gefährdet werden. Die Leute sind doch auf die medizinische Versorgung durch die Ärzte angewiesen.

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