ADFC weist Behauptungen von Kay Nehm zurück

Jan 24th, 2013 | By | Category: Aktuell, Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Verkehr

34 Millionen Radfahrer ohne jede Regel?

ADFC weist Behauptungen von Kay Nehm zurück

ADFC-Pressemitteilung vom 24. Januar 2013

logo_adfcBremen, 24.01.2013. (adfc) 42 Prozent der Bundesbürger fahren im Alltag regelmäßig Fahrrad, Tendenz steigend. Vor allem in den Städten sind immer mehr Radfahrer unterwegs. Die meisten verhalten sich korrekt. „34 Millionen Menschen fahren fast täglich Fahrrad. Selbstverständlich benehmen sich die allermeisten davon im Verkehr sehr vernünftig“, so Burkhard Stork, ADFC-Bundesgeschäftsführer. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) weist daher in aller Schärfe die Aussagen von Kay Nehm, Präsident des Deutschen Verkehrsgerichtstags, zurück, dass „kaum ein Radfahrer“ mit vorgeschriebener Beleuchtung fahre, sich um die Fahrtrichtung oder um Ampeln kümmere.

Zwei Drittel der Bevölkerung fahren Fahrrad – zwei Drittel der Bevölkerung sollen sich also ununterbrochen als Rüpel benehmen?

Nimmt man die Menschen dazu, die nur ein paar Mal pro Monat Rad fahren, richtetet sich Nehm mit seinen Aussagen gegen 66 Prozent der Bundesbürger. „Zwei Drittel der Bevölkerung fahren Fahrrad – zwei Drittel der Bevölkerung sollen sich also ununterbrochen als Rüpel benehmen? Wie kann Herr Nehm nur so etwas behaupten?“ so Stork weiter.

In der Summe begehen Radfahrer nicht mehr Verkehrsverstöße als Autofahrer. Verkehrsvergehen auf dem Fahrrad haben auch nicht zugenommen. Burkhard Stork: „Radfahrer sind keine schlechteren Menschen als Autofahrer – das können sie schon deshalb nicht sein, weil es oft dieselben sind.“ 90 Prozent der erwachsenen Radfahrer haben einen Führerschein.

Begegnen sich alle Verkehrsteilnehmer mit Respekt und Freundlichkeit, entspannt sich die Situation

Am wichtigsten sei aber ein gutes und faires Miteinander im Straßenverkehr. Stork: „An erster Stelle sollte man das eigene Verhalten überprüfen und die Schuld nicht nur beim anderen suchen. Begegnen sich alle Verkehrsteilnehmer mit Respekt und Freundlichkeit, entspannt sich die Situation. Dabei ist unerheblich, ob sie gerade hinter dem Lenkrad im Auto oder hinter dem Fahrradlenker sitzen.“

Weiterhin übersehe Kay Nehm, dass immer mehr Menschen Fahrrad fahren. Viele Städte sind aber auf den steigenden Radverkehrsanteil gar nicht eingestellt, so dass Konflikte schon vorprogrammiert sind. „Wenn wir von Radfahrern zu Recht erwarten, sich an die Regeln zu halten, dann müssen Regelwerke und Infrastruktur dem Anstieg des Radverkehrs angepasst werden“, sagt Burkhard Stork. Die Aufgabe der Verkehrspolitik sollte es sein, auf die stetig steigende Zahl von Radfahrern zu reagieren und ihnen ebenso wie den motorisierten Verkehrsteilnehmern die sichere und komfortable Fahrt  zu ermöglichen.

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