VCD: Vereinfachung wirkt Verkehrssicherheit entgegen

Feb 11th, 2012 | By | Category: Politik und Gesellschaft, Presse-Mitteilungen, Verkehr

Neues Punktesystem begünstigt Raser

VCD kritisiert Ramsauers Reformpläne der Verkehrssünderkartei

Vereinfachung wirkt Verkehrssicherheit entgegen

VCD-Pressemitteilung vom 9. Februar 2012

Berlin, 09.02.2012. (vcd) Die heute bekannt geworden Pläne von Peter Ramsauer zur Vereinfachung des Flensburger Punktesystems stoßen beim ökologischen Verkehrsclub VCD auf Verwunderung. Das bisherige System zur Bestrafung von Verkehrssündern ist nicht zu kompliziert. Es ist richtig zwischen leichten und schweren Delikten mit bis zu vier Punkten zu differenzieren. Durch eine radikale Reform würde ein halbwegs funktionierendes System auf den Kopf gestellt. Außerdem führe die Vereinfachung, so wie sie von Ramsauer heute vorgestellt wurde, zu einer Begünstigung der Raserei.

Von der sogenannten Reform würden lediglich notorische Punktesammler profitieren

„Verkehrsdelikte, die gefährdend sind, müssen konsequent bestraft werden. Nach Ramsauers Vorschlag dürften Autofahrer häufiger mit 60km/h durch eine Tempo-30-Zone rasen, bevor der Führerschein entzogen wird”, so Gerd Lottsiepen, Verkehrspolitischer Sprecher des VCD. Von der sogenannten Reform würden lediglich notorische Punktesammler profitieren. Fakt ist, gerade einmal ein Prozent aller Autofahrer und Autofahrerinnen haben heute einen Punktestand von acht bis 18 Punkten.

Kritik übt der VCD außerdem an der vereinfachten Verjährungsfrist

Kritik übt der VCD außerdem an der vereinfachten Verjährungsfrist. 1-Punkt-Delikte, wie z.B. Geschwindigkeitsüberschreitungen oder das Überholen rechts außerorts, sollen nach zwei Jahren und 2-Punkte-Delikte, wie zum Beispiel bei Rot über die Ampel fahren, sollen nach drei Jahren gestrichen werden, unabhängig davon, ob sich der Verkehrssünder innerhalb der zwei Jahre nochmals verkehrsgefährdend verhält. Das ist unverantwortlich.

Tempo 30 innerorts oder auch der Ausbau des Rad- und Fußverkehrsnetzes

„Das Bundesverkehrsministerium sollte besser keine Zeit damit verschwenden populistische Konzepte zu erarbeiten, die niemand benötigt und die Verkehrssicherheitsexperten ablehnen.
Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen bedarf es vielmehr Investitionen in eine Infrastruktur, die Fehler verzeiht. Dazu gehören Tempolimits, wie Tempo 30 innerorts oder auch der Ausbau des Rad- und Fußverkehrsnetzes”, betont Michael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender.

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